Katastrophenschutzübung im Saarland: Innenminister Jost dankt Einsatzkräften
Der Landkreis Saarlouis hat eine großangelegte Katastrophenschutzübung unter Beteiligung zahlreicher Organisationen durchgeführt. Übungsszenario war der Teileinsturz des „Theaters am Ring“ nach einem fiktiven Meteoriteneinschlag.
In der Simulation befanden sich während einer Theaterprobe mehrere Dutzend Personen im und am Gebäude. Durch den fiktiven Einschlag kam es zu einer Explosion mit Teileinsturz und einem Folgebrand, mehrere Personen galten als eingeschlossen oder unter Trümmern verschüttet. Die Einsatzkräfte mussten die Löschwasserversorgung sicherstellen, ABC-Messungen durchführen und die Patientenversorgung mit den umliegenden Krankenhäusern organisieren und koordinieren. Zudem kümmerten sie sich in einer Notunterkunft mit Personenauskunftstelle in der Hans-Welsch-Halle Lisdorf um unverletzt betroffene, zu betreuende Personen.
An der Übung beteiligt waren unter anderem die Feuerwehren der Stadt Saarlouis und weiterer Kommunen in Form von Katastrophenschutzeinheiten, das Technische Hilfswerk (THW), der Rettungsdienst über den ZRF Saar mit örtlichen Rettungswachen und der Integrierten Leitstelle (ILS), das Deutsche Rote Kreuz (DRK), der Malteser Hilfsdienst (MHD), die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), der Bundesverband Rettungshunde (BRH), die Psycho-Soziale Notfallversorgung (PSNV), die Krankenhäuser im Landkreis – Marienhaus-Klinikum Saarlouis, Krankenhaus Saarlouis vom DRK und Caritas-Krankenhaus Lebach –, die Saarländische Landespolizei (PI Saarlouis) sowie das Kreisverbindungskommando der Bundeswehr.
Innenminister Reinhold Jost würdigte die Zusammenarbeit aller Beteiligten: Sie zeige, wie ein gut aufgestellter Katastrophenschutz aussehen und funktionieren müsse – das sei alles andere als einfach, wenn man bedenke, dass bei größeren Einsätzen in der Regel hunderte Einsatzkräfte beteiligt seien. Gerade die Brandereignisse der jüngsten Zeit hätten deutlich gemacht, dass die Einsatzkräfte langfristig betrachtet wohl öfter ausrücken müssten. Jeder Einsatz berge auch ein Risiko für die Gesundheit dieser Menschen, so der Minister weiter; sie hätten größten Dank und höchste Anerkennung dafür verdient, dass sie auf ehrenamtlicher Basis Zeit und Kraft investierten, um den Schutz ihrer Mitmenschen zu garantieren. Auch dem Landkreis Saarlouis dankte Jost: Vor dem Hintergrund der zu erwartenden Entwicklungen sei es von großer Bedeutung, bestmöglich auf den Ernstfall vorbereitet zu sein – deshalb seien solche Übungen unverzichtbar für die Sicherheit des Landes.
Landrat Patrik Lauer erklärte, alle Beteiligten hätten diese hochkomplexe Katastrophenschutzübung mit zahlreichen Herausforderungen eindrucksvoll bewältigt und ihre große Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Das Zusammenspiel sei absolut gelungen und habe einmal mehr gezeigt, dass man gemeinsam, mit der großen Expertise aller, schwierige Situationen sehr gut meistern könne.
Landesregierung schnürt zahlreiche Maßnahmenpakete zur Stärkung des Katastrophenschutzes im Saarland
Ein bedeutendes Infrastrukturprojekt des Landes ist der Neubau und die Ausstattung der Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule für rund 50 Millionen Euro. Sie sichert dauerhaft die Qualifikation von Einsatz- und Führungskräften und stärkt damit sowohl die tägliche Gefahrenabwehr als auch die Einsatzfähigkeit in außergewöhnlichen Lagen – zentral für die Verzahnung von Ausbildung, Einsatzpraxis und Führung.
Darüber hinaus stellte das Land nach den Erfahrungen aus dem Pfingsthochwasser 2024 mehr als 12 Millionen Euro für Infrastruktur und Ausstattung bereit. Damit konnten bereits sechs Wechselladerfahrzeuge, sechs Wechselmodulträgerfahrzeuge inklusive Wechselmodulen Logistik/Transport sowie ein Kommandowagen beschafft werden. Zudem sind die Beschaffungen von jeweils sechs Abrollbehältern-Notstrom und Abrollbehältern-Mobiles Deichsystem sowie von zwei Abrollbehältern-Hochleistungs-Wasserfördersystem in die Wege geleitet.
Mit dem landesweiten Sirenenförderprogramm konnte zudem die Warnung der Bevölkerung verbessert werden. Das Saarland stellte hierfür zwei Millionen Euro zusätzlich zur Bundesförderung in Höhe von 1,15 Millionen Euro bereit. Von den insgesamt zur Verfügung stehenden Fördermitteln wurden bislang rund 2,4 Millionen Euro verwendet. Im Saarland existieren inzwischen rund 590 festinstallierte Sirenen; durch die Förderungen wurden über 460 neue elektronische Sirenenanlagen errichtet, von denen rund 70 Prozent eine alte Anlage ersetzt haben.
Zu den Maßnahmen zählt außerdem die Einrichtung einer neuen Abteilung für Bevölkerungsschutz im Ministerium für Inneres, Bauen und Sport. Damit werden Katastrophenschutz, Zivile Verteidigung, Schutz Kritischer Infrastrukturen, Krisenmanagement und die zivil-militärische Zusammenarbeit organisatorisch unter einem Dach gebündelt; zugleich wurde die zuständige Abteilung personell deutlich verstärkt.
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