Griechenland setzt künftig bei der Erkennung von Waldbränden auf Satellitentechnologie aus München. Dies soll helfen, Waldbrände schneller zu erkennen und wirksamer zu bekämpfen: Das Münchner NewSpace-Unternehmen OroraTech hat gemeinsam mit dem griechischen Ministerium für Digitale Governance und Künstliche Intelligenz, dem Hellenic Space Center und der ESA das weltweit erste nationale Satellitensystem zur Waldbrandüberwachung gestartet.
Das „Hellenic Fire System“ besteht aus vier speziell ausgestatteten Satelliten, einer Bodenstation in Griechenland sowie der Wildfire-Solution-Plattform von OroraTech. Es liefert kontinuierliche Echtzeitinformationen über Waldbrände im gesamten griechischen Staatsgebiet und kann Hotspots von nur vier mal vier Metern erkennen, so der Anbieter bei der Vorstellung. Die Daten werden direkt in die griechischen Notfallstrukturen integriert und an die Feuerwehren vor Ort übermittelt. Dadurch können Brände schneller erkannt, Einsatzkräfte gezielter koordiniert und Menschen, Umwelt und Infrastruktur besser geschützt werden.
OroraTech ist ein deutsches NewSpace-Unternehmen mit Hauptsitz in München und betreibt das weltweit größte Satellitennetzwerk zur Echtzeit-Erkennung und Überwachung von Waldbränden. Das Unternehmen beschäftigt rund 180 Mitarbeitende an seinem Hauptsitz in München sowie an weiteren Standorten in den USA, Griechenland, Australien, Brasilien und Kanada.
System von OroraTech ab sofort einsatzbereit
OroraTech meldete kürzlich den erfolgreichen Start und die Inbetriebnahme des „Hellenic Fire System“. Das System aus vier speziell für Griechenland entwickelten Satelliten zur Waldbrandüberwachung wurden mit SpaceX über die Vandenberg Space Force Base in Kalifornien gestartet. Dieser Meilenstein positioniert Griechenland an der Spitze von Klimaresilienz und weltraumgestützter Umweltüberwachung, so OroraTech bei der Vorstellung.
„Der heutige Tag markiert einen großen Schritt nach vorn bei der Stärkung der nationalen Widerstandsfähigkeit Griechenlands gegenüber Waldbränden“, sagte Dimitris Papastergiou, Minister für Digitale Governance und Künstliche Intelligenz. „Durch die Integration weltraumgestützter Fähigkeiten in unsere Notfallreaktionssysteme statten wir unsere Feuerwehren mit den Werkzeugen aus, die sie benötigen, um schneller zu reagieren, effektiver zu handeln und Leben, Eigentum und Umwelt zu schützen.“
„Die Inbetriebnahme des Systems zeigt, wie europäische Zusammenarbeit greifbare Ergebnisse für die Bürgerinnen und Bürger erzielen kann“, sagte Simonetta Cheli, Direktorin für Erdbeobachtungsprogramme bei der Europäischen Weltraumorganisation. „Durch die Kombination fortschrittlicher Weltraumtechnologien mit operativen Diensten vor Ort ermöglichen wir schnellere und fundiertere Reaktionen auf Naturkatastrophen und stärken Europas Führungsrolle in der Erdbeobachtung.“
„Dies ist ein entscheidender Moment, nicht nur für Griechenland, sondern auch für die Art und Weise des künftigen Waldbrandmanagements weltweit“, sagte Martin Langer, CEO von OroraTech. „Zum ersten Mal wird ein ganzes Land durch eine eigene Satellitenkonstellation geschützt, die dafür entwickelt wurde, Waldbrände in Echtzeit zu erkennen und zu verfolgen. Dies ist ein Modell dafür, wie Nationen Weltraumtechnologie nutzen können, um ihre Bevölkerung, Ökosysteme und Volkswirtschaften zu schützen.“
Das System besteht aus vier Satelliten, die mit fortschrittlichen thermischen Infrarotkameras ausgestattet sind, einer Bodenstation in Griechenland sowie der „Wildfire Solution“-Plattform von OroraTech, die in die Notfallprogramme des Landes integriert ist. Die Daten der Konstellation werden über das Ministerium für Digitale Governance direkt an die griechischen Feuerwehren übermittelt. Dadurch wird eine nahezu Echtzeit-Erkennung von Bränden mit einer Latenzzeit von wenigen Minuten ermöglicht. Zudem können Hotspots mit einer Größe von nur vier mal vier Metern identifiziert werden.
Neues System schließt kritische Lücken
Im Jahr 2025 erlebte Europa die schwersten Waldbrände seit über 20 Jahren. Ein Großteil dieser Brände konzentrierte sich auf Griechenland und den europäischen Mittelmeerraum, vor allem infolge steigender Temperaturen und anhaltender Dürrebedingungen. Durch kontinuierliche Abdeckung und schnelle Erkennung schließt das neue System kritische Lücken herkömmlicher Überwachungsansätze, insbesondere während der Hauptbrandsaison, wenn sich Brände am schnellsten ausbreiten. Das System tritt nun in die Start- und Frühbetriebsphase ein. In dieser Phase werden die Satelliten vorbereitet und für den Vollzeitbetrieb durch die griechischen Rettungsdienste einsatzbereit gemacht. Sobald die Satelliten vollständig operationalisiert sind, wird ein kontinuierlicher Strom verwertbarer Waldbrandinformationen schnellere Entscheidungen und eine effizientere Ressourcenzuweisung während Brandereignissen unterstützen.
Das Projekt wird auf Grundlage eines ESA-Vertrags im Rahmen des griechischen nationalen Satellitenraumfahrtprojekts durchgeführt. Das Projekt „Small-Satellites“ (Measure ID 16855) wird vom griechischen Ministerium für Digitale Governance und Künstliche Intelligenz mit Unterstützung der Europäischen Weltraumorganisation ESA bei Verwaltung und Umsetzung realisiert. Es ist Teil des nationalen Aufbau- und Resilienzplans „Greece 2.0“, der aus der Aufbau- und Resilienzfazilität (RRF), dem Kernprogramm der Europäischen Union – NextGenerationEU, finanziert wird.
Text: Redaktion / af
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