Vom 28. bis 30. Mai präsentierten zahlreiche Aussteller aus den Bereichen Polizei, Rettungsdienste und Sicherheitstechnik auf der INFOPOL XPO112 in Kortrijk, Belgien, ihre neuesten technischen Entwicklungen. In vier Messehallen fand die mittlerweile sechste Auflage der Fachmesse bei mittlerem Besucheraufkommen statt. Seit ihrer Gründung im Jahr 1995 hat sich die INFOPOL von einer regionalen Initiative zur führenden Plattform für die Ausstattung von Polizei-, Wach- und Sicherheitsdiensten in Belgien entwickelt.
Ein zentrales Thema der INFOPOL XPO112 waren erneut Drohnen, Kameratechnik und digitale Einsatzunterstützung. An zahlreichen Ständen wurden Drohnensysteme – überwiegend mit Produkten des chinesischen Herstellers DJI – mit unterschiedlichen Start- und Landestationen, Transportkoffern, Wetterschutzlösungen, Ladeeinrichtungen sowie Steuerungs- und Auswertungssystemen – präsentiert. Auch im Bereich Kameratechnik zeigte sich der Trend zu immer kompakteren Systemen, ergänzt durch Infrarot-, Wärmebild- und digitale Analysefunktionen. Die Digitalisierung von Erfassung, Auswertung und Datenspeicherung zieht sich inzwischen durch nahezu alle Bereiche von Polizei und Rettungsdiensten und wird in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen nach sich ziehen. Bei der Detektion und der anschließenden Analyse wird in Zukunft Künstliche Intelligenz ein zentrales Muss sein.
Trotz aller digitalen Innovationen bleiben Einsatzfahrzeuge weiterhin die Publikumsmagneten. AB Technics stellte neue individuell nach Kundenwunsch gefertigte Sonderfahrzeuge vor, darunter Lösungen für Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr. Bert Tessen, Head of Project Management, betonte, dass das Unternehmen ausschließlich für den belgischen Markt produziert. Da jedes Fahrzeug als Einzelanfertigung entsteht, können sowohl Basisfahrzeug als auch Ausbau und Beladung exakt an die Anforderungen des Kunden angepasst werden.
Rettungsfahrzeuge von Land Rover auf der INFOPOL XPO112
Auch Land Rover erweitert mit dem DEFENDER konsequent sein Portfolio im Segment geländegängiger Rettungsfahrzeuge. Der Messeauftritt erfolgt als eigenständige Marke. Gezeigt wurden unter anderem ein Defender auf kurzer Plattform als Führungsfahrzeug für die portugiesischen Bombeiros (Feuerwehr), eine Langversion als Rettungsfahrzeug für den österreichischen Markt sowie ein Fahrzeug aus dem Bereich Personenschutz. Letzteres entstand in Zusammenarbeit mit dem Kieler Spezialumbauer Trasco.
Ein inzwischen vertrautes Bild in vielen Städten sind Polizisten auf Einsatzfahrrädern. Ampyre präsentierte hierzu ein neues voll geländegängiges Einsatzfahrrad mit Elektroantrieb. Das sportlich gestaltete Modell richtet sich insbesondere an Einsätze in Wäldern, Naturschutzgebieten und bergigen Regionen. Allerdings fehlen Transporttaschen für Einsatzmaterialien, und auch Reichweite sowie Zuladung bleiben naturgemäß begrenzt.
Das Fazit von Ausstellern und Besuchern der INFOPOL XPO112 fiel insgesamt gemischt aus. Der vergleichsweise geringe Besucherzuspruch dürfte auch auf die zeitliche Nähe zu anderen großen Fachmessen wie der eRIC in Enschede, der RETTmobil in Fulda und der Interschutz in Hannover zurückzuführen sein. Hinzu kommen stetig steigende Kosten für Standflächen und Hotelunterkünfte, die sowohl Aussteller als auch Fachbesucher zu einer zunehmend selektiven Messeplanung zwingen.
Autor: Christian Rump
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