1,8 Prozent: Deutschlands blinder Fleck in der IT-Sicherheit

Nur 1,8 Prozent der deutschen Webseitenbetreiber stellen eine security.txt bereit – dabei ist der Aufwand minimal und der Sicherheitsgewinn erheblich. Das BSI ruft im Rahmen des Cyberdome-Projekts zur Einrichtung auf. Ab September 2026 gelten zudem neue Meldepflichten für Sicherheitsvorfälle.
Die security.txt gibt Sicherheitsforschenden und CERTs einen eindeutigen Kontakt für die Meldung von Schwachstellen.
Die security.txt gibt Sicherheitsforschenden und CERTs einen eindeutigen Kontakt für die Meldung von Schwachstellen.
Foto: pexels/ Ann H

Nur 1,8 Prozent: BSI ruft zur Einrichtung der security.txt auf

Ein einfacher Kontakteintrag auf der eigenen Webseite kann entscheidend dazu beitragen, Sicherheitslücken schneller zu schließen. Doch nur ein Bruchteil der deutschen Webseitenbetreiber nutzt diese niedrigschwellige Maßnahme bislang – dabei drängt angesichts neuer gesetzlicher Meldepflichten die Zeit.

Nur 1,8 Prozent der Webseitenbetreiber in Deutschland stellen bislang eine security.txt bereit. Das zeigen Messungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Rahmen des Cyberdome-Projekts. Dabei ist der Aufwand gering, der Nutzen für die IT-Sicherheit eines Unternehmens jedoch erheblich: Die security.txt nach RFC 9116 gibt Sicherheitsforschenden, CERTs und anderen Meldenden einen eindeutig auffindbaren Kontakt, über den sie entdeckte Schwachstellen sicher übermitteln können. Fehlt dieser Kontakt, gehen Hinweise auf Sicherheitslücken häufig verzögert, an der falschen Stelle oder gar nicht ein.

Ein partizipativer Prozess für mehr Cyberresilienz

Wer die security.txt bereitstellt, unterstützt aktiv die Erhöhung der IT-Sicherheit. So entsteht dadurch im Cyberdome-Kontext ein partizipativer Prozess: Unternehmen stellen eine security.txt zur Verfügung, der Cyberdome scannt Webseiten und teilt Erkenntnisse direkt mit dem richtigen Kontakt, damit erkannte Mängel zeitnah behoben werden. Am Ende geht es darum, Deutschland als Cybernation resilienter zu machen.

Regulatorischer Druck wächst

Entsprechend stellt auch der Cyber Resilience Act (CRA) verbindliche Anforderungen an den Umgang mit Schwachstellen-Meldungen und wird ab Dezember 2027 vollständig verpflichtend. Zudem gelten bereits ab dem 11. September 2026 Meldepflichten für aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwere Sicherheitsvorfälle. Demnach lohnt sich die Umsetzung der security.txt ebenso, um frühzeitig auf regulatorische Entwicklungen zu reagieren.

Umsetzung in wenigen Schritten

Die Umsetzung selbst ist denkbar einfach: Webseitenbetreiber müssen nur einen konkreten Kontakt sowie das Ablaufdatum verpflichtend angeben. Darüber hinaus muss die Datei über den Pfad /.well-known/security.txt erreichbar sein. Damit sind bereits die wichtigsten Kriterien zur Umsetzung der security.txt erfüllt. Sie zählt somit zu den niedrigschwelligsten IT-Sicherheitsmaßnahmen überhaupt.

Das BSI und die Allianz für Cyber-Sicherheit rufen Webseitenbetreiber dazu auf, eine security.txt einzurichten, um damit einen einfachen, aber wirksamen Beitrag zur eigenen IT-Sicherheit zu leisten. Einen kompakten Überblick über Zweck, Nutzen und Umsetzung bietet der neue Flyer der Allianz für Cyber-Sicherheit.

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