Eagle 6×6: Bundeswehr präsentiert neues geschütztes Sanitätsfahrzeug

Die Bundeswehr hat auf der RETTmobil 2026 den neuen Eagle 6×6 vorgestellt. Das geschützte Sanitätsfahrzeug kombiniert militärische Mobilität mit moderner intensivmedizinischer Ausstattung für den Verwundetentransport. Neben hoher Geländegängigkeit verfügt das Fahrzeug über digitale Kommunikationssysteme sowie Nachtsicht- und Tarnfähigkeiten.

Eagle 6x6: Der neue Eagle 6x6 wurde vergangene Woche auf der RETTmobil 2026 in Fulda präsentiert.
Der neue Eagle 6x6 wurde vergangene Woche auf der RETTmobil 2026 in Fulda präsentiert.
Foto: CPM/ Lena Berghoff

Eagle 6×6: Geschütztes Sanitätsfahrzeug für militärische Rettungseinsätze

Die Bundeswehr stellte vergangene Woche auf der RETTmobil in Fulda den neuen Eagle 6×6 von General Dynamics European Land Systems (GDELS) vor. Das mittelschwer geschützte Sanitätsfahrzeug ersetzt den Duro 3 Yak und kombiniert militärisches Fahrzeug sowie Rettungswagen für den Transport von zwei kritisch verletzten oder verwundeten Patienten. Das Fahrzeug wurde insbesondere für militärische Rettungseinsätze unter Bedrohungslagen entwickelt und soll die medizinische Versorgung nahe möglicher Gefechtsgebiete sicherstellen.

Ausstattung des Eagle 6x6 mit zwei Liegeflächen
Ausstattung des Eagle 6x6 mit zwei Liegeflächen
Foto: CPM/ André Luhmer

Intensivmedizinische Ausstattung an Bord

Die medizinische Ausstattung umfasst ein Beatmungsgerät, einen modularen Patientenmonitor (C3), eine Absaugung, je zwei Perfusoren pro Seite, ein Ultraschallgerät sowie ein Videolaryngoskop. Damit ist eine intensivmedizinische Versorgung bereits im Fahrzeug möglich. Die beiden Tragenplätze im Inneren des Fahrzeugs ermöglichen die Nutzung verschiedener Tragensysteme, wie einer NATO-/Feldtrage oder einer Stryker-Trage, die bei Bedarf innerhalb kurzer Zeit umgerüstet werden kann.

Der Eagle 6x6 verfügt über eine umfassende intensivmedizinische Ausstattung und zwei Tragenplätze, die bei Bedarf ausgetauscht werden können.
Foto: CPM/ Lena Berghoff

Mehr Platz und hohe Geländegängigkeit

Innen ist der Eagle 6×6 überraschend geräumig, von außen jedoch kompakt. Zudem bietet das Fahrzeug zahlreiche Staumöglichkeiten für medizinische Ausrüstung und weiteres Einsatzmaterial. Eine elektrisch betriebene Heckrampe erleichtert zusätzlich das sichere Be- und Entladen von Patienten und Material.

Durch seinen kleinen Wendekreis ist der Eagle 6×6 besonders wendig und bietet zudem eine hohe Geländegängigkeit, auch in schwierigem Gelände. Möglich wird dies unter anderem durch den 6×6-Antrieb mit angetriebenen Rädern und einer zusätzlich lenkbaren Hinterachse. Dank der zentralen Reifendruckregelanlage kann das Fahrzeug flexibel an unterschiedliche Untergründe angepasst werden. Die verbauten Runflat-Reifen ermöglichen zudem trotz Beschädigung oder Treffer eine Weiterfahrt bis zur nächsten Reparaturmöglichkeit.

Moderne Kommunikation und digitale Systeme

Darüber hinaus verfügt das Fahrzeug über moderne Funk- und Kommunikationssysteme für Einsätze unter Gefechtsbedingungen. So können sowohl Analog- als auch Digitalfunk genutzt werden. Zudem ist der Eagle 6×6 zusätzlich mit Satellitenkommunikation ausgestattet. Auch ein digitales Battle-Management-System zur Lageführung und Kommunikation innerhalb der Truppe ist vorhanden.

Das Fahrzeug verfügt über zwei Antennen für die verschiedenen Kommuniktionssysteme
Das Fahrzeug verfügt über zwei Antennen für die verschiedenen Kommuniktionssysteme
Foto: CPM/ Lena Berghoff

Aktive Schutzsysteme

Zusätzlich ist der Eagle 6×6 mit dem Nebelschutzsystem Rheinmetall Rosy_L ausgestattet. Insgesamt sind vier 40-mm-Rosy-Werfer am Fahrzeug verbaut, die einen schnellen multispektralen Sichtschutz ermöglichen. Das System dient dem Schutz von Fahrzeug und Besatzung vor Überraschungsangriffen, Hinterhalten sowie Bedrohungen durch optische Aufklärungsmittel, Laserentfernungsmesser oder Drohnen. Durch die großflächige und innerhalb kürzester Zeit erzeugte Nebelwand kann sich der Eagle 6×6 auch unter Gefechtsbedingungen geschützt bewegen und Verwundete sicher aus Gefahrenbereichen evakuieren.

Einsatz für Landes- und Bündnisverteidigung

Je nach Einsatzszenario kann der Eagle 6×6 mit Notfallsanitätern und einem Arzt besetzt werden. Vorgesehen ist das Fahrzeug nach aktuellem Stand insbesondere für die Landes- und Bündnisverteidigung im mitteleuropäischen Raum.

Mit seiner Kombination aus Schutz, Mobilität und moderner Medizintechnik soll der Eagle 6×6 die Verwundetenversorgung der Bundeswehr insbesondere in konflikt- und krisengeprägten Einsatzszenarien verbessern.

Eagle 6x6: Das Fahrzeug verfügt über vier Rosy_L Nebelschutzsysteme zur Abwehr von überaschenden Angriffen.
Der Eagle 6x6 verfügt über vier Rosy_L Nebelschutzsysteme zur Abwehr von überaschenden Angriffen.
Foto: CPM/ Lena Berghoff
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