Bund, Länder und Kommunen prüfen morgen (10.09.2026) wieder ihre Warnmittel und technischen Abläufe, um die Bevölkerung beispielsweise bei Stürmen, Hochwassern, Bränden oder anderen Krisenfällen zuverlässig informieren zu können. Es ist mittlerweile der sechste bundesweite Warntag.
Gegen 11:00 Uhr wird das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) die Probewarnung auslösen. Gegen 11:45 Uhr erfolgt die Entwarnung, die auch in diesem Jahr wieder über Cell Broadcast erfolgen soll. Gewarnt wird außerdem über Radio und Fernsehen, Stadtinformationstafeln, Sirenen, Lautsprecherwagen und Infosysteme der Deutschen Bahn. Zudem lösen auf Smartphones und anderen mobilen Endgeräten Warn-Apps wie NINA, Biwapp, KatWarn und Warnwetter den Testalarm aus.
„Ein lückenloser Warnmittelmix ist unabdingbar“
Niedersachsens Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens, sagt: „Wir leben in Zeiten zunehmender Wetterextreme und hybrider Angriffe. Der Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig ist dabei das jüngste und drastischste Beispiel für die Szenarien, mit denen wir uns in Deutschland immer häufiger konfrontiert sehen. Ein lückenloser Warnmittelmix ist vor diesem Hintergrund unabdingbar. Dazu gehören auch Sirenen, die die Menschen in Niedersachsen selbst dann erreichen, wenn Smartphones oder das Internet einmal ausfallen sollten. Genau deshalb hat Niedersachsen in den vergangenen sechs Jahren in neue Sirenenstandorte investiert. Insgesamt konnten mit jeweils zehn Millionen Euro aus Landes- und Bundesmitteln 1538 Sirenenstandorte in Niedersachsen gefördert werden.“
Kommunen zuständig für Sirenenstandorte
Für die Planung und Errichtung der Sirenenstandorte sind in Niedersachsen die Kommunen zuständig. Sie hatten im Jahr 2020 zuletzt mehr als 5.500 Standorte gemeldet. Das zuständige Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) baut aktuell ein Warnmittelkataster (WMK) auf, das zukünftig transparent alle zur Verfügung stehenden Warnmittel und damit die gesamte Warninfrastruktur der Bundesländer darstellen wird.
Warntag 2025: Über 97 Prozent der Befragten erreicht
Der bundesweite Warntag 2025 im vergangenen Jahr war laut BBK ein Erfolg: Demnach sind mehr als 97 Prozent aller Befragten über mindestens eines der eingesetzten Warnmittel erreicht worden, allein 73 Prozent über Cell Broadcast. Die Wahrnehmung von Warnmeldungen über Warn-Apps (67 Prozent) sowie von Sirenensignalen (65 Prozent) hat sich gegenüber dem Vorjahr ebenfalls deutlich verbessert (2024: jeweils 59 Prozent).
In Niedersachsen werden die Kommunen darum gebeten, sich aktiv am Warntag zu beteiligen. Eine Verpflichtung zur Teilnahme besteht jedoch nicht.
Bürgerinnen und Bürger können sich auch dieses Jahr an der Online-Umfrage des BBK beteiligen (www.warntag-umfrage.de). Diese beginnt morgen (10. September) gegen 11:00 Uhr und endet am 17. September um Mitternacht. Die Beiträge bleiben anonym.
Notfall-Monitor Niedersachsen als Informationsangebot
Der Warntag bietet zudem die Gelegenheit, sich mit den verschiedenen Warnwegen und dem richtigen Verhalten bei einer Warnung vertraut zu machen. Der Notfall-Monitor Niedersachsen bündelt hierzu die Informationen der Landesregierung: Er erläutert die Warnsysteme und Warnmittel, informiert über Warn-Apps und weitere verlässliche Informationsquellen und gibt Hinweise zur persönlichen Notfallvorsorge und zum Verhalten in unterschiedlichen Notsituationen. Damit ergänzt der Notfall-Monitor die technische Warninfrastruktur um die inhaltliche Ebene: Eine Warnung soll die Menschen nicht nur erreichen – sie müssen auch wissen, was sie bedeutet, wo sie verlässliche weitere Informationen erhalten und was sie selbst tun können.
Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung
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