Ganz im Zeichen ihres 75jährigen Bestehens veranstaltet die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) vom 26. bis 28. Mai ihre traditionelle Jahresfachtagung. Gastgeber ist in diesem Jahr die Feuerwehr Koblenz. Unter dem Motto „Wie gestalten wir die Zukunft?“ beschäftigen sich die Teilnehmenden drei Tage lang in rund 50 Fachvorträgen und Diskussionsrunden mit den zukünftigen Herausforderungen und Perspektiven der Gefahrenabwehr. „Unser Jubiläum sehen wir vor allem auch als Antrieb, nach vorn zu blicken“, sagt vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner.
„In einer Zeit des Wandels, in der die Welt vor neuen Herausforderungen steht, ist es von unschätzbarem Wert, dass Feuerwehren, Rettungsdienste und der Katastrophenschutz gemeinsam an Lösungen arbeiten, Forschungsschwerpunkte ausführen und im ständigen Wissenstransfer miteinander stehen“, so Aschenbrenner weiter. „Die vfdb bietet mit dieser Fachtagung eine wichtige Gelegenheit, um den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis zu intensivieren und zukunftsweisende Strategien zu entwickeln.“ Besonderen Wert lege die vfdb auch auf die Einbindung des Nachwuchses.
vfdb-Generalsekretär Roman Peperhove rechnet nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre auch diesmal mit über 600 Gästen aus Deutschland und dem benachbarten Ausland. „Die Tagung ist die größte Veranstaltung ihrer Art für die Branche, und sie bietet eine Plattform für Experten aus unterschiedlichen Bereichen, um ihre Forschungsergebnisse und innovativen Ansätze zu präsentieren“, betont Peperhove.
Polittalk zum Auftakt
Geboten wird ein abwechslungsreiches Programm mit Fachvorträgen zu aktuellen Themen, unter anderem aus den Bereichen Brandschutz, Energiewende, Bevölkerungsschutz, Mobilität und demografischer Wandel sowie die Möglichkeit zum Austausch von Ideen und Best Practices. Unter dem Titel „Digitalisierung, künstliche Intelligenz & Robotik – wie muss die Gefahrenabwehr in 10 Jahren aussehen?“ steht gleich nach der festlichen Eröffnung ein Polittalk mit prominenten Teilnehmern. In einer Plenarsitzung geht es anschließend um Vergangenheit und Zukunft. So geht es um „Die frühen Feuerwehren und die Demokratiebewegung im 19. Jahrhundert: Das Vermächtnis der Gründer“ ebenso wie um das „Innovationslabor vfdb – Zukunft für Forschung, Transfer und Praxis“.
Der Link zum Programm:
https://www.vfdb.de/media/doc/sonstiges/jft/programm/2025_JFT_Programm_26022025.pdf
Drei Tage volles Programm
Dem Veranstaltungsort entsprechend stehen am Eröffnungstag auch spezielle Koblenzer Themen auf dem Programm, so die Herausforderungen in der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr für ein Oberzentrum an zwei Bundeswasserstraßen. Auch wird die Neuausrichtung des rheinland-pfälzischen Brand- und Katastrophenschutzsystems untersucht. Großgeschrieben wird auch die Forschung. So geht es beispielsweise um Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen zum Einsatz KI-generierter Lageinformationen für die Lagebewertung und Maßnahmenplanung in Extremwetterlagen, Zukunftssichere Events und Crowd Safety angesichts des Klimawandels sowie um die Evaluierung möglicher Trinkwasserkontaminationen durch die Feuerwehren bei der Entnahme von Löschwasser aus dem Trinkwassernetz.
Ausführlich diskutiert werden am zweiten Veranstaltungstag verschiedene besondere Schadenslagen in der jüngeren Vergangenheit und deren Konsequenzen. Weitere Fachsitzungen behandeln neueste Entwicklungen im anlagentechnischen Brandschutz, Ingenieurmethoden als Mittel zur Problemlösung sowie CBRN-Schutz und Dekontamination in besonderen Lagen.
In weiteren Kurzvorträgen werden Beispiele für den Nutzen der Digitalisierung gegeben. Unter anderem wird der erstmalige Einsatz eines Sprachdialogsystems im Notruf 112 dargestellt. Ein weiterer Themenbereich ist die Digitalisierung und Elektrifizierung der Fahrzeugtechnik. Unter dem Titel „Masterplan Rettungsdienst – Der Rettungsdienst im Zwiespalt zwischen politischen Anforderungen, Reformdruck und Versorgungsrealität“ geht es am dritten Kongresstag um die Herausforderungen des Rettungsdienstes, dem die vfdb seit der Jahresfachtagung im vergangenen Jahr ein eigenes Referat gewidmet hat. Untersucht wird auch, welchen Einfluss psychosomatische Fälle auf die steigenden Einsatzzahlen haben. Ferner geht es um „Reanimation im Pit-Stop-Verfahren: Brandschutz und Rettungsdienst gemeinsam für mehr Überlebende“. Neben zahlreichen weiteren aktuellen Themen rundet der Bereich Katastrophenschutz das Programm der 71. Jahresfachtagung ab.
vfdb Jahrestagung: Abwechslungsreiches Rahmenprogramm und Fachausstellung
Nicht nur das Vortragsprogramm liefert auch in diesem Jahr wieder reichlich Stoff für Diskussionen und Erfahrungsaustausch. „Die Jahresfachtagungen leben durch das Engagement der Teilnehmenden – treffen Sie uns und diskutieren Sie mit uns auch in der vfdb-Lounge“, rät Präsident Aschenbrenner. Die vfdb–Lounge befindet sich wieder im Bereich der begleitenden Fachausstellung. Dort geben Firmen und Institutionen einen Einblick in neueste Entwicklungen und Dienstleistungen. Die Ausstellung wird organisiert vom Team der INTERSCHUTZ der Deutschen Messe AG.
Auch die Initiative Auch SIE@vfdb ist auf der Jahresfachtaggung in Koblenz zahlreich vertreten, um die Präsenz von Frauen in Zukunftstechnologien stärken zu helfen und mehr Sichtbarkeit für erfolgreiche weibliche Vorbilder zu schaffen. Die Initiatorinnen laden Interessierte herzlich ein, um gemeinsam die Ziele für die Zukunft zu konkretisieren.
Oberbürgermeister dankt Einsatzkräften
David Langner, Oberbürgermeister von Koblenz, hat in einem Grußwort die Arbeit der Einsatzkräfte gewürdigt. „Die Mitglieder unserer Einsatzgruppen in den Feuerwehren waren in den letzten Jahren besonders gefordert und stets zur Stelle: sei es während der Pandemie, bei der Versorgung Tausender Flüchtlinge aus der Ukraine, bei der Vorbereitung auf eine drohende Energiekrise und nicht zuletzt bei unzähligen Notsituationen, in denen es den Folgen des Klimawandels zu begegnen galt“, so Langner. „Nicht selten setzen sie dabei ihre höchsten Güter, ihre körperliche Unversehrtheit, und manchmal sogar ihr Leben, auf Spiel.“ Der Oberbürgermeister dankte allen für ihren außerordentlichen Einsatz.
Der Leiter der Koblenzer Feuerwehr, Meik Maxeiner, hob die Arbeit der vfdb hervor. Von ihr seien viele Impulse für Innovationen in der Feuerwehr ausgegangen. Als „Expertennetzwerk für Schutz, Rettung und Sicherheit“ biete die vfdb „die Grundlage zur ständigen Weiterentwicklung in unserer schnelllebigen Zeit“. Sie lege somit die Basis für eine effektive Gefahrenabwehr.
Anmeldungen für die Jahresfachtagung sind bis zum 9. Mai möglich über die vfdb-Homepage www.vfdb.de/jft2025
Quelle: vfdb