Tag des Notrufs 112 – Europaweit und Hand in Hand

Zum heutigen europäischen Tag des Notrufs am 11. Februar rückt die Bedeutung der Notrufnummer 112 in den Fokus. Ob am Boden oder in der Luft – Rettungsdienste, Leitstellen und Luftrettungsorganisationen arbeiten täglich zusammen, um in Notfällen Leben zu retten. Dabei setzt Bayern mit einer bundesweit einzigartigen Ausbildung für Disponenten neue Maßstäbe.

Zum Tag des Notrufs 112: Ein Rettungssanitäter der Johanniter versorgt eine Patientin im Rettungswagen.
Ein Rettungssanitäter der Johanniter versorgt eine Patientin im Rettungswagen.
Foto: Johanniter Unfall Hilfe e. V.

„Der europaweite Notruf 112 rettet jeden Tag Leben. In Notsituationen, wenn es auf Sekunden ankommt, wird den Menschen zu jeder Tages- und Nachtzeit geholfen“, betont Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.

Allein in Bayern wurden bei den 25 Integrierten Leitstellen im vergangenen Jahr mehr als 2,8 Millionen Notrufe bewältigt. Die Disponentinnen und Disponenten erfassen am Telefon präzise die Situation, alarmieren die passenden Einsatzkräfte und stehen den Anrufern in kritischen Momenten zur Seite – etwa bei Wiederbelebungen.

Einheitliche Notrufnummer verbindet Europa

Der Europäische Tag des Notrufs am 11. Februar würdigt seit 2009 die einheitliche europäische Notrufnummer 112. „Egal, wo ich mich in der EU aufhalte, mit der 112 weiß ich, wen ich im Notfall anrufen muss“, so Innenminister Georg Maier. Die 112 ist in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union gültig.

Außerdem steht sie in Andorra, auf den Färöer-Inseln, in Island, Liechtenstein, Norwegen, San Marino, der Schweiz, der Türkei, dem Vatikan, in Bosnien und Herzegowina sowie in Russland zur Verfügung. Die 112 verbindet den Kontinent und steht für eine Kultur des Helfens. In Deutschland kann die 112 selbst im Funkloch gewählt werden. Dann wird der Notruf automatisch über ein verfügbares Netz weitergeleitet.

Luftrettung als wichtiger Teil der Rettungskette

Die Luftrettung nimmt einen wichtigen Stellenwert im Gesamtsystem Notfallrettung ein. Sie leistet vor allem dann lebensrettende Arbeit, wenn es um die Versorgung schwerstverletzter und -erkrankter Patienten geht. „Von einer bedarfsgerechten und optimal auf den Fall bezogenen Disposition der Rettungsmittel profitiert der Patient und das gesamte Gesundheitssystem“, erklärt Dr. Jörg Braun, Leiter Medizin und Geschäftsführer der DRF Luftrettung.

Die DRF Luftrettung ist an 32 Hubschrauber-Stationen in Deutschland aufgestellt. Dank modernster medizinischer Ausrüstung zur erweiterten Diagnostik sind die Notärzte und Notfallsanitäter bereits am Einsatzort in der Lage, bestmögliche Erstversorgung zu leisten und die für die weitere Therapie des Patienten geeignete Zielklinik auszuwählen. Greifen alle Glieder der Rettungskette optimal ineinander, erhöhen sich die Überlebens- und Genesungschancen für den Patienten.

Dr. Braun bringt die Erfahrungen der gemeinnützigen Organisation in die versorgungspolitische Diskussion ein: „Wir setzen uns dafür ein, die Rahmenbedingungen für das optimale Zusammenspiel aller Akteure der Rettungskette stärker an die Bedürfnisse der Patienten auszurichten – auch über Landkreis- und Ländergrenzen hinweg.“

Die DRF Luftrettung engagiert sich zudem für einen Ausbau der Luftrettung bei Dunkelheit, die digitale Vernetzung aller Akteure der Notfallversorgung sowie den Einsatz auch bei ungünstigen Wetterbedingungen.

Rettungsdienst: Grundpfeiler der Notfallversorgung

Oliver Meermann, Mitglied des Bundesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe, unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutung: „Der Rettungsdienst ist zugleich Grundpfeiler der präklinischen Notfallversorgung und der medizinischen Gefahrenabwehr. Angesichts der sicherheitspolitischen Lage ist es unabdingbar, dass die Leistungsfähigkeit des Rettungsdienstes weiter ausgebaut wird. Dafür braucht es eine schnelle und zugleich umfassende Reform der Notfallversorgung.“

Kevin Grigorian, Experte der Johanniter für den Rettungsdienst, ergänzt: „Die 112 rettet Leben: Allein im vergangenen Jahr sind unsere Rettungskräfte mehr als 800.000 Mal ausgerückt.“ Allerdings handle es sich bei den gefahrenen Einsätzen immer öfter nicht um Notfälle. „Eine bessere Erreichbarkeit der 116 117 und die digitale Vernetzung der Leitstellen würde die Situation für die Hilfesuchenden spürbar verbessern und die Rettungskräfte bei ihrer wichtigen Arbeit entlasten.“

Bundesweit einmalige Ausbildung in Bayern

Seit diesem Schuljahr bietet die Berufsfachschule für Leitstellenwesen in München eine dreijährige Ausbildung zum staatlich geprüften Disponenten einer Integrierten Leitstelle an – ein bundesweites Novum. „Die Disponentinnen und Disponenten sind unverzichtbar. Daher stärken wir diese zentrale Aufgabe“, so Innenminister Herrmann.

Die neue Ausbildung kombiniert theoretische und praktische Ausbildungsabschnitte und ermöglicht erstmals eine einheitliche Qualifikation für diese Schlüsselposition im Einsatzgeschehen.

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