Johanniter stellen 100 Krankentransportfahrzeuge für den V-Fall

„Proaktiv“ nannte Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, Befehlshaber des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr, den Einsatz der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH). Die Hilfsorganisation stellte heute durch Bundesvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe, Oliver Meermann, ihre Verwundeten-Transportkomponente 100 (VTpK-JUH100) vor. Damit schaffen die Johanniter aus eigenen Mitteln eine bundesweit verfügbare Fähigkeit für den qualifizierten Weitertransport verwundeter Soldatinnen und Soldaten innerhalb Deutschlands.

Johanniter stellen 100 Krankentransportfahrzeuge für den V-Fall. Bundesvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe, Oliver Meermann (l.) und Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, Befehlshaber des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr.
Bundesvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe, Oliver Meermann (l.) und Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, Befehlshaber des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr.
Foto: CPM / Navid Linnemann

„Die geopolitische Lage ändert sich, Naturgewalten ändern sich“, stellte Oliver Meermann heute Morgen in Bonn fest, „und von daher möchten wir als Hilfsorganisationen – Johanniter-Unfall-Hilfe mit ihren 80.000 Helfern – auch ein Stück weit Haltung zeigen.“

Die Johanniter kooperieren bereits seit Längerem mit der Bundeswehr und verstehen die Verwundetenversorgung im Kriegsfall als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das neue Konzept der Verwundeten-Transportkomponente 100 bestreiten die Johanniter mit ihren zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern aus eigenen Mitteln.

Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann machte in Bonn klar, dass auch die Versorgung von Verwundeten Teil der Abschreckung ist. „Wir befinden uns in einer instabilen Situation“, sagte Generaloberstabsarzt Dr. Hoffmann, „in der es wichtig ist, dass wir als Bundesrepublik Deutschland uns auf unsere Stärken besinnen und zeigen, dass wir vorbereitet und gewappnet sind, falls jemand auf die Idee kommen sollte, uns tatsächlich anzugreifen.

Ehrenamtliche Helfer und Helferinnen der Johanniter-Unfall-Hilfe.
Ehrenamtliche Helfer und Helferinnen der Johanniter-Unfall-Hilfe.
Foto: CPM / Navid Linnemann

100 KTW für die Menschenhilfe

In Bonn wurden heute 12 Fahrzeuge symbolisch auf den Exerzierplatz der Hardthöhe gebracht. Rettungsfahrzeuge, die man aus dem Stadtbild kennt. Doch die Bereitstellung von 100 Krankentransportfahrzeugen (KTW) stehe nicht im Vordergrund. „Es geht eigentlich um Menschen“, erklärte Meermann, „die wir für diesen Auftrag der Hilfe an der Menschlichkeit zur Verfügung stellen.“

Das Konzept der Johanniter-Unfall-Hilfe sieht vor, im Ernstfall bis zu 100 Fahrzeuge – mindestens KTW Typ A – und dazugehöriges Personal bereitzustellen. Der Einsatz im Rahmen der VTpK-JUH 100 ist auf 90 Tage ausgelegt und soll im Bundesgebiet erfolgen. Bei entsprechender Beauftragung auch im Bündnisgebiet. Zum möglichen Einsatz der Verwundeten-Transportkomponennte gehören neben der Landesverteidigung auch Großschadens- oder Krisenlagen.

Meermann betonte, dass die Kräfte der Johanniter zwar die Bundeswehr unterstützen, nicht jedoch zu Kombattanten würden. Auch sei die Bereitstellung von Material und Personal eine zusätzliche Ressource im Fall der Fälle und keine Minderung der sonstigen Versorgung für die Bevölkerung. Kommt die VTpK-JUH100 zum Einsatz, wird sie überwiegend von Ehrenamtlern getragen.

Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, Befehlshaber des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr.
Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, Befehlshaber des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Rettungskette von der Front

Im aktuell denkbaren Verteidigungsfall wird die Bundeswehr mit ihren Streitkräften an der NATO-Ostflanke eingesetzt werden. Der Sanitätsdienst ist dann primär darauf ausgerichtet, die Truppe im dortigen Einsatz zu unterstützen. „Wir haben aber die Situation“, erklärte Generaloberstabsarzt Dr. Hoffmann, „dass wir die sogenannte Rettungskette der Bundeswehr sicherstellen müssen.“

Die zu erwartende Menge an Verwundeten kann die Bundeswehr nicht in Frontnähe behandeln oder gar therapieren. Die Kameraden müssen dementsprechend nach Deutschland zurückgeführt und auf entsprechende Gesundheitseinrichtungen zur Sicherstellung der geeigneten Behandlung verteilt werden.

12 Krankentransportfahrzeuge der Johanniter-Unfall-Hilfe standen heute symbolisch für 100 Fahrzeuge der VTpK.JUH 100.
12 Krankentransportfahrzeuge der Johanniter-Unfall-Hilfe standen heute symbolisch für 100 Fahrzeuge der VTpK.JUH 100.
Foto: CPM / Navid Linnemann
Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann ließ sich ziviles Gerät zeigen,
Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann ließ sich ziviles Gerät zeigen,
Foto: CPM / Navid Linnemann

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