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Schleswig-Holstein: Aufbau eines landeseigenen Spurenstoffzentrums

Das Umweltministerium Schleswig-Holstein geht einen wichtigen Schritt zum Schutz seiner Gewässer: Das Land und die Technische Hochschule Lübeck starten ein gemeinsames dreijähriges Forschungs- und Entwicklungsprojekt zum Aufbau und Betrieb eines landeseigenen Spurenstoffzentrums. Ziel ist es, die Gewässer sauber zu halten. Das Zentrum wird Innovation, Umsetzung europäischer Vorgaben und ein zukunftssicherer Umgang mit Wasser im Umfeld von Siedlungen (Siedlungswasserwirtschaft) soll miteinander verbinden.

Im Rahmen der Arbeiten des Spurenstoffzentrums Schleswig-Holsteins werden Studierende frühzeitig in die praxisnahen Projekte eingebunden (Symbolbild).
Im Rahmen der Arbeiten des Spurenstoffzentrums Schleswig-Holsteins werden Studierende frühzeitig in die praxisnahen Projekte eingebunden (Symbolbild).
Bild: freepik.com

Umweltminister Tobias Goldschmidt sagte bei seinem Besuch: „In unseren Abwässern befinden immer mehr Stoffe, die aktuelle Kläranlagen nicht mehr herausfiltern können. Spurenstoffe wie Arzneimittel, Hormone, Pestizide, Industriechemikalien und andere landen zu oft in unseren Gewässern. Das muss sich ändern. Denn sauberes Wasser ist die wichtigste Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen, heute genauso wie für unsere Kinder und Enkel. Die Verbesserung der größeren Klärwerke durch eine 4. Reinigungsstufe ist wichtig und dringlich, aber auch herausfordernd in der Umsetzung. Das neue Spurenstoffzentrum wird Kommunen bei diesem Vorhaben unterstützen und Wissenschaft mit Praktikern zusammenbringen. Ich bin überzeugt, dass das Spurenstoffzentrum zu einem Projekt mit Strahlkraft wird, das für die Menschen in unserem Land viel Gutes bewegen wird: Für innovatives Wassermanagement, für angewandte Forschung und für gesundes Wasser in Schleswig-Holstein.“

Frau Dr. Muriel Helbig, Präsidentin der Technischen Hochschule Lübeck, ergänzt: „Mit diesem Projekt wollen wir in drei Jahren entscheidende Verbesserungen für die Einführung der 4. Reinigungsstufe in Schleswig-Holstein entwickeln. Dabei geht es um die Entfernung von Mikroschadstoffen wie Medikamentenreste oder Haushaltschemikalien aus dem Abwasser. Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wasserwirtschaft und ein bedeutendes Vorhaben für uns als Technische Hochschule an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis.“

Schleswig-Holstein: Spurenstoffzentrum soll Einführung der 4. Reinigungsstufe begleiten

Spurenstoffe stellen kommunale Kläranlagen zunehmend vor große Herausforderungen. Die gesetzlichen Anforderungen steigen, nicht zuletzt durch die novellierte Kommunalabwasserrichtlinie (KARL), die den Ausbau bestimmter kommunaler Kläranlagen mit einer 4. Reinigungsstufe vorgibt und gleichzeitig ein klares Mindestziel für die Elimination definierter Spurenstoffe festlegt. Daneben bestehen die Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), die bei der Bewertung von Abwassereinleitungen gleichermaßen zu berücksichtigen sind.

Schleswig-Holsteins Spurenstoffzentrum wird dabei unterstützen, die wachsenden europäischen Anforderungen fachlich fundiert und praxisnah umzusetzen, und die flächendeckende Einführung der 4. Reinigungsstufe wissenschaftlich begleiten. Dabei sollen fundierte Empfehlungen zur Verfahrensauswahl sowie zur Auslegung und zum Betrieb der 4. Reinigungsstufe entstehen, die sowohl den Vorgaben der KARL als auch der WRRL entsprechen. Gleichzeitig werden neue technologische Entwicklungen begleitet und landesspezifische Fragestellungen weiter vertieft.

Einbindung Studierender & Wissenstransfer in die Fläche

Das Zentrum in Schleswig-Holstein verknüpft Forschung und Praxis direkt miteinander. Im Rahmen der Arbeiten des Spurenstoffzentrums werden Studierende frühzeitig in die praxisnahen Projekte eingebunden. Sie arbeiten an aktuellen Fragestellungen, sammeln Erfahrung im Betrieb von 4. Reinigungsstufen und lernen, wissenschaftliche Erkenntnisse in anwendbare Lösungen zu übersetzen. So werden nicht nur qualifizierte Fachkräfte für die Zukunft ausgebildet, sondern zugleich ein direkter Mehrwert für Kommunen, Städte, Betriebe, Ingenieurbüros und die Landesverwaltung geschaffen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Wissenstransfer in die Fläche: Erkenntnisse aus dem Spurenstoffzentrum werden über Leitfäden, Fachveranstaltungen und den engen Austausch mit Betreibern, Verwaltung und Politik aktiv in die Praxis getragen, sodass das gesamte Land von der Forschung profitiert.

 

Quelle: Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur

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