Blaulichttag Offenbach: Rekordanstieg bei Gewalt gegen Einsatzkräfte

Security NetworkSecurity Network

Beim Blaulichttag in Offenbach informierte sich Innenminister Roman Poseck über die Arbeit von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften und warnte vor der wachsenden Gewalt gegen die Blaulichtfamilie. 2025 wurden hessenweit 5.507 Gewaltdelikte gegen Einsatzkräfte registriert, ein neuer trauriger Höchststand. Im Rahmen der Respektwoche kündigte Poseck weitere Schutzmaßnahmen und eine Verschärfung des Strafrahmens an.

Hessens Innenminister Roman Poseck posiert mit Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen beim Blaulichttag in Offenbach
Innenminister Roman Poseck unter anderem mit der Leiterin der Abteilung Einsatz im Polizeipräsidium Südosthessen, Carina Lerch sowie Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, Bürgermeister Andreas Bruszynski, Stadträtin und Feuerwehrdezernentin Helena Wolf, Stadtbrandinspektor Sebastian Irgel, Bundestagsabgeordneter Björn Simon und Landtagsabgeordnete Kim-Sarah Speer beim Blaulichttag in Offenbach
Foto: Frank Zinn / HMdI

Am vergangenen Samstag besuchte Innenminister Roman Poseck den Blaulichttag in Offenbach, um gemeinsam mit Oberbürgermeister Felix Schwenke ins Gespräch mit Rettungs- und Einsatzkräften zu kommen. Im Zuge der Respektwoche hat er sich über die Arbeit von haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften der Blaulichtfamilie informiert. Veranstaltet wird der Thementag gemeinsam von der Stadt Offenbach, der örtlichen Feuerwehr, dem Polizeipräsidium Südosthessen, verschiedenen Hilfsorganisationen und dem Technischen Hilfswerk. An dem Aktionstag finden Familien und interessierte Besucher Informationsstände, Ausstellungen, Fahrzeugvorführungen und Mitmach-Angebote vor. Im Mittelpunkt stehen Prävention, Aufklärung und Sensibilisierung für die wichtige Arbeit der Einsatz-, Hilfs- und Sicherheitskräfte in Hessen.

Innenminister Roman Poseck betonte bei seinem Rundgang die große Bedeutung der Arbeit von Hilfs-, Einsatz- und Sicherheitskräften: „Wenn jemand in Not ist und Hilfe ruft, spielt es keine Rolle, wie diese Person wählt, woran sie glaubt oder woher sie kommt. Klar ist, dass Hilfe kommt. Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte behandeln Menschen nach ihrer Not und nicht nach ihrer Meinung. Gerade in einer Zeit, in der sich die politischen Ränder immer radikaler gegenüberstehen, ist das mehr als ein praktischer Dienst. Es ist ein Signal in die Gesellschaft.

Viele Einsatzkräfte leisten ihren Einsatz ehrenamtlich. Gerade das Ehrenamt in der Feuerwehr stärkt den Zusammenhalt vor Ort. Alle Generationen jeden Alters kommen zusammen und stehen füreinander ein. Das ist heute wichtiger denn je. Unsere Einsatzkräfte sind Stabilitätsanker für unsere Demokratie. Sie machen erlebbar, was ein Rechtsstaat verspricht: Sicherheit, Schutz und Hilfe für jeden Einzelnen. Deshalb müssen wir diejenigen schützen, die uns schützen.

Der Blaulichttag setzt ein wichtiges Zeichen: Angriffe auf Polizisten, Hilfs- und Einsatzkräfte häufen sich. Nicht selten werden Kameraden im Dienst verletzt oder im schlimmsten Fall sogar getötet. Im Jahr 2025 beliefen sich die hessenweiten Zahlen der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik auf 5.507 Gewaltdelikte gegen Mitglieder der Blaulichtfamilie, was einen neuen tragischen Höchststand markiert. Im Jahr 2022 verzeichneten wir hier noch 4.873 Angriffe auf Einsatzkräfte. Innerhalb von vier Jahren entspricht das einem erschreckenden Anstieg von über 12 Prozent. Allein im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Südosthessen waren 2025 über 500 Polizistinnen und Polizisten sowie knapp 20 Rettungskräfte und vier Feuerwehrleute von dieser Gewalt betroffen.

Diese Entwicklungen dürfen wir niemals klaglos hinnehmen. Jeder Angriff auf diese Frauen und Männer, die sich selbstlos in den Dienst der Gemeinschaft stellen, ist ein Angriff auf unseren Rechtsstaat. Ich verurteile diese Gewalt zutiefst. Unter dem Motto ‚Einsatz verdient Respekt‘ ergreifen wir deshalb kontinuierlich Maßnahmen, um über die wichtige Arbeit der Einsatzkräfte zu informieren und sie besser zu schützen. Dieses Respekt-Paket haben wir bereits 2024 ins Leben gerufen. In einem Dreiklang aus Anerkennung, Ausstattung und Sichtbarkeit arbeiten wir aktiv daran, den Respekt für Einsatzkräfte herzustellen, den sie verdienen.

Konkret statten wir unsere Feuerwehrleute, Polizistinnen und Polizisten durch höhere Zulagen finanziell besser aus. Außerdem haben wir als bislang einziges Bundesland Fälle, in denen Beamtinnen, Beamte und andere Beschäftigte und bestimmte Ehrenamtsgruppen wie Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren und des Katastrophenschutzes angegriffen werden, eine Angriffsentschädigung als zusätzliche unbürokratische Unfallfürsorgeleistung eingeführt. Begleitet werden diese Maßnahmen durch eine Verbesserung der technischen Ausstattung, wie beispielsweise durch den hessenweiten Einsatz von rund 190 Tasern bei der Polizei. Ein besonderes Augenmerk legen wir außerdem auf eine aktive und sichtbare Lobkultur unserer Einsatzkräfte im Dienst.

Ich unterstütze auch ausdrücklich, dass die Bundesregierung ein Gesetz auf den Weg bringen will, um den Strafrahmen bei Übergriffen auf Einsatzkräfte zu verschärfen. Die Initiative greift Forderungen auf, die Hessen schon seit längerem vertritt, darunter der Vorschlag, das Mindeststrafmaß bei tätlichen Angriffen auf Einsatzkräfte von drei auf sechs Monate zu erhöhen. Wir werden auch in Zukunft alles tun, um unsere Einsatzkräfte zu schützen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Einsatz- und Rettungskräfte bilden das gesellschaftliche Fundament, auf dem Sicherheit und Schutz der Bürger ruhen. Von der Wahrung der inneren Sicherheit bis hin zum verlässlichen Brandschutz steht Hessen solide da und die Landesregierung trägt ihren Teil dazu bei, dass dies eine angemessene Aufmerksamkeit und Förderung erhält. Ich danke allen Polizistinnen und Polizisten, Feuerwehrleuten und Helferinnen und Helfern für ihren wichtigen und aufopferungsvollen Dienst. Ihnen allen wünsche ich, dass sie stets gesund und sicher von ihren Einsätzen zurückkehren.“

Carina Lerch, Abteilungsleiterin Einsatz im Polizeipräsidium Südosthessen, betont: „Gemeinsam für die Menschen da zu sein, dafür steht die Blaulichtfamilie. Der heutige Blaulichttag in Offenbach macht sichtbar, wie viele Menschen tagtäglich für Sicherheit, Hilfe und den Schutz anderer einstehen. Gleichzeitig bietet der Blaulichttag die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und die Menschen hinter den Uniformen kennenzulernen. Das schafft Verständnis und stärkt damit auch das Vertrauen in unseren Rechtsstaat. Sicherheit lebt von Vertrauen, gegenseitigem Respekt und einem guten Miteinander. Wer sich für die Sicherheit und den Schutz anderer Menschen einsetzt, verdient daher unsere Anerkennung und unseren Respekt.“

Blaulichttag: Hintergrund und Höhepunkte der Respektwoche

Mit der Respektwoche 2026 setzt das Hessische Innenministerium erneut ein sichtbares Zeichen für Anerkennung, Wertschätzung und Schutz der Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten. Rund um den Tag des Respekts am 18. September stehen diejenigen im Mittelpunkt, die jeden Tag für die Sicherheit und den Schutz der Menschen in Hessen im Einsatz sind.

Die aktuellen Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) zeigen zugleich, wie notwendig dieses Zeichen ist: 2025 wurden in Hessen insgesamt 2.754 Straftaten zum Nachteil von Einsatzkräften registriert. Dabei wurden 5.507 Einsatzkräfte Opfer einer Straftat. Gegenüber dem Vorjahr mit 2.589 Fällen und 5.240 Opfern bedeutet dies einen Anstieg sowohl bei den Fallzahlen als auch bei den Opfern.

Quelle: Hessisches Ministerium des Innern

Mit WhatsApp immer auf dem neuesten Stand bleiben!

Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal, um die Neuigkeiten direkt auf Ihr Handy zu erhalten. Einfach den QR-Code auf Ihrem Smartphone einscannen oder – sollten Sie hier bereits mit Ihrem Mobile lesen – diesem Link folgen:

Kennen Sie schon unser Crisis Prevention Printmagazin?

Beitrag teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Verwendete Schlagwörter

AngriffsentschädigungBlaulichttagFeuerwehrGewalt gegen EinsatzkräfteOffenbachPolizei HessenPolizeipräsidium SüdosthessenRespektwocheRoman Poseck

Ähnliche Posts