Wie sicher sind Familien und Wohngemeinschaften im digitalen Alltag und wo liegen deren praktische Herausforderungen bei der Umsetzung von IT-Sicherheit? Eine neue Studie des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zeigt, dass die Antwort mehr als eine Frage der Technik ist und sie häufig an unklaren Zuständigkeiten, sozialen Abhängigkeiten unter den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie der mangelnden Alltagstauglichkeit von Schutzmaßnahmen scheitert.
Die Studie „ IT-Sicherheitsmanagement in Haushalten: Risiken, Problemstellungen, Lösungsansätze” zielte erstmals darauf ab, grundlegende Prinzipien des Informationssicherheitsmanagements aus dem Unternehmensumfeld auf den privaten Kontext von Familien und Wohngemeinschaften zu übertragen. Diese haben zusätzliche Anforderungen an das Sicherheits- und Berechtigungsmanagement bei der Nutzung digitaler Geräte und Anwendungen im Vergleich zu einzelnen Nutzenden.
„Während beispielsweise Unternehmen auf klare Rollen und etablierte Prozesse zurückgreifen können, ist die IT-Sicherheit im privaten Zusammenleben oft ungeregelt. Gemeinsam genutzte Geräte ohne Benutzertrennung, geteilte Passwörter für personenbezogene Accounts und eine ungleiche Verteilung von technischem Wissen unter den Bewohnerinnen und Bewohnern erhöhen das Risiko erheblich.
Besonders kritisch ist es, wenn die Verantwortung für die digitale Sicherheit bei einer einzelnen Person liegt. Die Studie zeigt, dass viele bewährte Sicherheitsmaßnahmen grundsätzlich auf Privathaushalte übertragbar sind, diese jedoch oft an der Komplexität und fehlender Alltagstauglichkeit scheitern. Hinzu kommen soziale Aspekte wie Vertrauen, familiäre Machtverhältnisse und geschlechtsspezifische Rollenbilder“, fasst Caroline Krohn-Atug, Fachbereichsleiterin Digitaler Verbraucherschutz im BSI, die Kernergebnisse der Studie zusammen.
Daraus lassen sich konkrete Empfehlungen auf drei Ebenen ableiten: In Privathaushalten sollten ungleiche Verantwortlichkeiten kritisch hinterfragt und Sicherheitsmaßnahmen als feste Routinen etabliert werden. Dadurch soll ein Kompetenzaufbau und gleichzeitig ein Abbau von Ungleichgewichten erreicht werden. Hersteller sind nach wie vor in der Pflicht, ihre Angebote konsequent nach den Prinzipien Security by Design und Security by Default zu gestalten.
Im Rahmen der Studie wird Usable Security zu einem entscheidenden Faktor, um die empfohlenen Maßnahmen einfach und sicher nutzbar zu machen. Gleichzeitig ist der Gesetzgeber weiter in der Pflicht, den Weg zu verbindlichen Mindeststandards, transparenten Kennzeichnungen und gezielten Bildungsmaßnahmen fortzuführen.
Im Rahmen der Studie wurde auch ein Prototyp für eine Risikoanalyse entwickelt, die gezielt auf die Bedürfnisse privater Mehrpersonenhaushalte zugeschnitten ist. Die Funktionsweise dieser Risikoanalyse wird in der Studie beschrieben. Perspektivisch könnte daraus ein digitales Tool entstehen, das die Nutzenden bei der Einschätzung ihrer individuellen Risiken unterstützt und ihnen konkrete Handlungsempfehlungen liefert.
Verbraucherinnen und Verbrauchern kann darüber hinaus das Informationsangebot des BSI Orientierung bieten. Neben Tipps zum Basisschutz umfasst es auch u. a. Informationen rund um das Smarthome sowie einen Wegweiser speziell für Eltern.
Die Studie „ IT-Sicherheitsmanagement in Haushalten: Risiken, Problemstellungen, Lösungsansätze” ist ab sofort auf der Website des BSI verfügbar.
Quelle: BSI
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