P20-Suche: Digitalisierung der saarländischen Polizei

Mit zum Verwaltungsabkommen zur Nutzung des Vorgangsbearbeitungsystems @rtus hat das saarländische Ministerium für Inneres, Bauen und Sport im Juli 2023 den Weg bereitet für die Erleichterung der Polizeiarbeit und die Erhöhung die Attraktivität des Berufs – nun startet nach umfangreicher Projektarbeit der Einsatz der Software.

Symbolbild Digitalisierung im Saarland
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Foto: MIBS/A. Weber

Das Programm besitzt eine intuitive Oberfläche, die auf einen schnellen Einstieg ins System zugeschnitten ist. Darin werden Daten einmal formularbasiert angelegt und sind im Anschluss mehrfach nutzbar. Eine erneute Eingabe entfällt also. Die Anwendung enthält auch visuelle Funktionen zur zügigen Erkennung von Zusammenhängen zwischen Tat-, Täter- und Beziehungsnetzwerken sowie Recherchetools zur gezielten Informationsauswertung. Des Weiteren sorgt eine automatisierte Plausibilitätsprüfung für mehr Datenqualität. Zudem wird dem Grundsatz Datenschutz by Design durch die neue Software Rechnung getragen.

Zum Vorgangsbearbeitungssystem gehört auch eine mobile App, die als digitaler Notizblock zur Erfassung von Informationen direkt vor Ort genutzt werden kann. Es besteht außerdem die Möglichkeit, bereits bestehende Vorgänge zu bearbeiten, zu ergänzen und Vorgänge über QR-Codes direkt vor Ort einfach zu verknüpfen.

Sowohl auf interner als auch auf externer Ebene erleichtert @rtus die Zusammenarbeit. So kann die Bearbeitung eines Vorgangs beispielsweise durch mehrere Dienststellen gleichzeitig erfolgen und eine nahtlose Kommunikation stattfinden. In Bezug auf die bundesweite Zusammenarbeit ermöglicht das Programm einen sicheren und standardisierten Datenaustausch.

Vorreiter bei Digitalisierung – Saarländische Polizei bundesweit als eine der ersten mit innovativer App P20 Suche ausgestattet 

Die Polizeiinspektion Sulzbach hat die mobile App im Pilotversuch auf ihren fachlichen Mehrwert erfolgreich getestet, sodass die erste Version nun bis Ende 2025 auch den restlichen Polizeiinspektionen im Saarland bereitgestellt wird.

Aktuell ist das Programm, das die Abfrage von Fahrzeug- und Führerscheindaten ermöglicht, bereits beim Wach- und Streifendienst in Sulzbach, Neunkirchen, St. Wendel und St. Ingbert im Einsatz.

Zu Beginn des kommenden Jahres erfolgt dann eine Erweiterung der Funktionen: so können zukünftig Personen- und Objekthinweise aus den polizeilichen Informationssystemen sowie Melde- und Fahndungsdaten ebenfalls abgefragt werden. Zudem sollen in der App digitale Karten und „Pinnwände“ verfügbar sein, um datenschutzkonform Notizen zu Einsätzen hinterlegen und diese auf Straßen- und Landkarten visuell aufbereiten zu können. Darüber hinaus ist die Einrichtung einer Web-Version für die Büroarbeit geplant.

Die neue Version der App wird gleichfalls zunächst von der Polizeiinspektion Sulzbach getestet und anschließend landesweit ausgerollt werden. Neben den Polizeiinspektionen erhalten dann auch alle Dienststellen der Landespolizeidirektion die Anwendung, dessen Web-Version insbesondere für die Kriminal- und Ermittlungsdienste der Polizeiinspektionen und die Dezernate des Landeskriminalamtes einen Mehrwert bringt.

„Die Einführung der P20 Suche-App führt einerseits zu einer großen Zeitersparnis bei der Einsatzabwicklung und sorgt andererseits dafür, dass Mehraufwand entfällt“,

erklärt Innenminister Reinhold Jost.

Denn die Polizistinnen und Polizisten seien dank der Anwendung nicht mehr darauf angewiesen, Datenabfragen per Funk über die Einsatzleittische der Polizeiinspektionen oder die Führungs- und Lagezentrale zu starten. Für die Beamtinnen und Beamten an diesen Stellen wiederum erübrigten sich künftig die Recherchen, die bisher einzeln und nacheinander in den diversen Informationssystemen erfolgen mussten, und die Übermittlung der entsprechenden Daten, so der Minister weiter. Stattdessen könnten die Einsatzkräfte nun vor Ort relevante Angaben in allen Systemen gleichzeitig schnell und direkt über ihr Diensthandy überprüfen.

Der Minister zusammenfassend: „Auf diese Weise sind unsere Polizistinnen und Polizisten zügiger wieder einsatzbereit und Bürgerinnen und Bürger können schneller aus polizeilichen Maßnahmen im Rahmen eines Einsatzes entlassen werden. Mit der App, aber auch mit der @rtus-Software, stellen wir unserer Polizei zeitgemäße und angemessene Software zur Verfügung, die ihr die Arbeit wesentlich erleichtert, damit zu einer höheren Effizienz führt und am Ende des Tages die Sicherheitsarchitektur im Saarland nachhaltig stärkt. Ein Ziel, das wir als Landesregierung kontinuierlich und mit vollem Einsatz verfolgen.“

Hintergrund

Die Anwendung ist ein Produkt des Bund-Länder Programms Polizei 20/20 (P20) und befindet sich zurzeit in der (Weiter)Entwicklung. Neben dem Saarland testete auch Rheinland-Pfalz die App im Pilotversuch.

Quelle: Innenministerium Saarland

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