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Bodycams für 29 Justizanstalten: Österreich setzt auf Motorola Solutions

Lena BerghoffLena Berghoff

Motorola Solutions hat einen Vertrag mit dem österreichischen Justizministerium unterzeichnet. Die 29 Justizanstalten erhalten LTE-fähige V500 Bodycams samt VideoManager-Software. Zunächst werden taktische Einheiten ausgestattet, bis Ende 2026 soll das gesamte Justizwachepersonal folgen.

Bodycam: Einsatzkraft bedient eine an der Schutzweste befestigte Motorola Solutions V500 Körperkamera
Österreich stattet Justizanstalten mit Motorola-Bodycams des Modelltypen V 500 aus.
Foto: Motorola Solutions

Österreich stattet Justizanstalten mit Motorola-Bodycams aus

Die 29 Justizanstalten in Österreich sollen mit V500 Bodycams von Motorola Solutions ausgestattet werden. Das Unternehmen (NYSE: MSI) gab am 5. Oktober 2026 in Wien bekannt, dass es dazu einen Vertrag mit dem österreichischen Bundesministerium für Justiz unterzeichnet hat. Das Justizwache- und Justizpersonal soll die Kameras einsetzen, um Interaktionen transparenter zu machen und die Sicherheit von Insassen und Bediensteten zu erhöhen.

„Bodycams sind ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg zu einem modernen, sicheren und effektiven Strafvollzug“, sagt Justizministerin Anna Sporrer. „Sie liefern eine objektive Aufzeichnung von Ereignissen und helfen, komplexe Situationen zu klären. Die neuen Bodycams bieten wesentlichen Schutz für unser Personal und wahren gleichzeitig die Grundrechte sowie die Sicherheit der Insassen.“

Taktische Einheiten zuerst, Ausweitung bis Ende 2026

Nach einer Test- und Trainingsphase werden derzeit zunächst taktische Einheiten mit den V500 ausgestattet. Bis Ende 2026 ist laut Motorola Solutions geplant, das gesamte Justizwachepersonal einzubeziehen.

Die V500 ist LTE-fähig und überträgt bei Vorfällen hochauflösende Video- und Audiodaten. Über die VideoManager-Software lassen sich die Aufnahmen live an die Leitstelle streamen, beweissicher speichern und teilen. Damit sollen kritische Situationen objektiv dokumentiert werden.

Aufbau auf bestehendem TETRA-Netz

Das Projekt baut auf der Kommunikationsinfrastruktur auf, die Motorola Solutions bereits in Österreich betreibt. Seit 2004 läuft das Unternehmen das landesweite digitale TETRA-Funknetz TETRON, das nach Unternehmensangaben täglich von mehr als 130.000 Einsatzkräften genutzt wird, darunter dem österreichischen Strafvollzug.

„Als langjähriger Partner europäischer Sicherheitsbehörden sehen wir einen klaren Trend bei Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, Videotechnologie in die täglichen Abläufe zu integrieren. Das erhöht die Transparenz bei Einsätzen und schützt die Einsatzkräfte“, sagt Martin Fürst, MSSSI Vice President Central and Eastern Europe bei Motorola Solutions. „Mit der Einführung von Bodycams folgt das österreichische Justizministerium dem erfolgreichen Beispiel zahlreicher europäischer Strafvollzugsbehörden.“

Studie aus Großbritannien: Mehrheit sieht positive Wirkung

Motorola Solutions verweist in seiner Mitteilung auf eine Studie aus Großbritannien. Demnach gaben 79 Prozent der befragten Mitarbeiter aus 23 Gefängnissen an, dass sich Bodycams positiv auf ihre Arbeit auswirkten. Genannt werden ein besseres Sicherheitsgefühl und mehr Selbstvertrauen im Umgang mit schwierigen Situationen. Die Kameras hätten außerdem geholfen, kleinere Vorfälle zu deeskalieren und Beweise zu liefern.

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