Nachhaltigkeit im Rettungsdienst – wie kann das gelingen?

Rettungsdienste stehen generell vor vielen Herausforderungen. Die Notfallversorgung sieht sich u.a. mit Fachkräftemangel bei gleichzeitig steigenden Einsatzzahlen konfrontiert. Das Thema Nachhaltigkeit in die eigenen Prozesse zu integrieren wirkt da erstmal zweitrangig und wie eine weitere Bürde. Die EU-Gesetzgebung sieht aber eine Pflicht für eine Nachhaltigkeitsberichterstattung vor, die erst 2025 bzw. nach angekündigter EU-Gesetzesänderung im Rahmen eines Omnibusgesetzes voraussichtlich in 2027 umgesetzt werden soll.

Die Beschäftigung mit Nachhaltigkeit hat beim RDMH schon zu ersten Erkenntnissen geführt
Die Beschäftigung mit Nachhaltigkeit hat beim RDMH schon zu ersten Erkenntnissen geführt
Foto: DRK

Der DRK Rettungsdienst Mittelhessen (RDMH) befindet sich bereits in den ersten Schritten der Implementierung dieser Berichterstattung. Die Beschäftigung mit Nachhaltigkeit hat beim RDMH schon zu ersten Erkenntnissen geführt, die Geschäftsführer Jens Dapper kürzlich in einem Vortrag beim 7. Zukunftsforum Rettungsdienst in Bremerhaven vorgestellt hat. „Wer sich mit Nachhaltigkeit im eigenen Unternehmen und der Berichterstattung auseinandersetzt, wird schnell feststellen, welche großen Chancen sich daraus ergeben. Denn die erhobenen Daten lassen sich für strategische Entscheidungen nutzen, die zukunftsweisend für unseren Rettungsdienst sind,“ erklärt Dapper.

Die direkten und indirekten Klimafolgen sind schon jetzt für Rettungsdienste spürbar
Die direkten und indirekten Klimafolgen sind schon jetzt für Rettungsdienste spürbar
Foto: DRK

Die direkten und indirekten Klimafolgen sind schon jetzt für Rettungsdienste spürbar. Dazu gehören Einsätze in Folge von Extremwetterlagen, aber auch steigende Kraftstoffpreise infolge der CO2-Bepreisung. Um wesentliche Aspekte für die Steuerung hin zu mehr Nachhaltigkeit im Rettungsdienst analysieren zu können, müssen entsprechende Kennzahlen erhoben werden. Dazu gehören beim RDMH Emissionen des Fuhrparks, Strom, Mitarbeiter-Mobilität und natürlich Materialverbräuche. „Wir sind einer der ersten Rettungsdienste, der eine fundierte Analyse der CO2-Bilanz seiner Rettungswachen vornehmen kann,“ ergänzt Dapper . Der mittelhessische Rettungsdienst hat sich an einem Pilotprojekt des DRK-Landesverbandes Hessen beteiligt, welches vom DRK- Generalsekretariat gefördert wurde. Im Rahmen dieses Projekts wurden spezielle CO2-Bilanzen für Rettungswachen entwickelt.

„Wir gehen davon aus, dass zukünftig jeder Rettungsdienst eine solche CO2- Bilanz braucht, auch um gegenüber Kostenträgern und Fördermittelgebern eine Vergleichbarkeit herstellen zu können. Zudem werden davon perspektivisch Zahlungen und Kreditkonditionen abhängen“.

Darauf will der RDMH vorbereitet sein, um weiterhin zukunftsfähig agieren zu können. Die erhobenen Daten sollen außerdem für eine Auswertung genutzt werden, die vorausschauende Planungen möglich macht, Einsparpotenziale aufzeigt und den Rettungsdienst damit krisenfest macht. „Es geht darum Kennzahlen zu erkennen, aus denen sich Ziele für unseren Rettungsdienst ableiten lassen, z.B. Emissionsreduzierung oder ein bewusster Umgang mit Ressourcen. Als Teil des Bevölkerungsschutzes haben wir eine besondere Verantwortung, auch im Thema Nachhaltigkeit. Dieser wollen wir mit einer strukturierten Beschäftigung mit Nachhaltigkeit und der dazugehörigen Berichterstattung gerecht werden“, erklärt Dapper abschließend.

 

Quelle: DRK

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