„Alleine können wir es nicht“, gestand Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann. Im Rahmen der aktuell in Berlin stattfindenden Medic Quadriga 2026 unterzeichnete der Befehlshaber des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr mit den Spitzen von Maltesern und Johannitern eine Absichtserklärung für eine privilegierte Partnerschaft. Ziel sei, Regelungen für eine gemeinsame Arbeit zwischen zivilen und militärischen Sanitätskräften zu entwickeln. „Gerade deswegen“, so General Dr. Hoffmann, „ist das ein gutes Gefühl mit zwei so leistungsfähigen Organisationen […] tatsächlich eine Gemeinschaft zu bilden, auf die Sie sich alle und auf die sich auch meine Soldaten und Soldaten verlassen können.“
Es ist eine Allianz, die vor rund anderthalb Jahren mit dem Deutschen Roten Kreuz begann und heute zu etwas noch Größerem ausgebaut wurde. Der Zentrale Sanitätsdienst der Bundeswehr, die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und der Malteser Hilfsdienst (MHD) unterzeichneten in Berlin eine sogenannte Privilegierte Partnerschaft.
Was nach bürokratischem Verwaltungsakt klingt, ist in anderen Worten ein Versprechen: Im Ernstfall unterstützen zivile Kräfte bei Versorgung und Transport verwundeter Soldatinnen und Soldaten.
„Das macht uns auch ein Schritt weit stolz“, erklärte Oliver Meermann, Mitglied des Bundesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe. „Es macht uns im Außenverhältnis stolz, weil wir gesellschaftlich damit ein Signal setzen und es macht uns auch im Innenverhältnis stolz, weil wir uns dazu bekennen, eine Schnittstelle für die Bundeswehr zu sein.“
Partnerschaft – Rechtliche Regelungen reichen nicht aus
Dass JUH und MHD die Bundeswehr unterstützen dürfen, ist rechtlich seit 2008 geregelt. Das sogenannte DRK-Gesetz ermächtigt beide Organisationen dazu. Kooperationen finden beispielsweise bei der Ausbildung schon seit Jahren statt. Auch wurden vor der Partnerschaft bereits erste konkrete Schritte mit Blick auf eine Unterstützung im Verteidigungsfall unternommen.
So stellen die Johanniter seit rund einem Monat 100 KTW bereit, die von der Bundeswehr im Notfall abgerufen werden könnten – fünf davon nehmen an der Medic Quadriga teil.
Was jedoch fehlte, war das Grundsätzliche. „Wir brauchen eine ordentliche Grundlage. Das Ganze muss verlässlich und nachvollziehbar ausgeplant werden“, erklärte Generaloberstabsarzt Dr. Hoffmann den Anlass der Partnerschaft mit Johannitern und Maltesern.
Albrecht Prinz von Croy, Vizepräsident des Malteser Hilfsdienstes, ergänzte in seinem Appell an die Politik: „Wir müssen klare Richtlinien, klare Rahmen haben, in der unsere Helferinnen und Helfer diese Tätigkeit – zu der wir uns verpflichtet haben – auch tun können.“
Konkrete Verwendungsaufträge, klare Verhaltensregeln, geregelte Haftungsfragen. Genau das soll nun in öffentlich-rechtlichen Verträgen zwischen dem Bundesverteidigungsministerium und den beiden Hilfsorganisationen festgezurrt werden. Die Entwürfe befinden sich bereits in Abstimmung.
Klar ist: Die Helferinnen und Helfer von Johannitern und Maltesern werden trotz Partnerschaft keine Militäruniformen tragen und keine Waffen führen. Sie bleiben zivile Einsatzkräfte – geschützt durch das Rote Kreuz als Schutzzeichen und einen Ausweis nach Genfer Konvention.
Helfer-Gleichstellung bleibt Problem
Prinz von Croy nutzte die Gelegenheit, einen zweiten Appell an die Politik zu richten: Auch das Thema Helfer-Gleichstellung solle noch einmal mit großem Nachdruck aufgenommen werden. Es habe ihn sehr gefreut zu hören, dass die an der Übung beteiligten Ehrenamtler von der Senatsverwaltung Unterstützung erhalten hätten. Entschädigungen bei Arbeitgebern für den Einsatz wurden übernommen.
Ein Einsatz müsse grundsätzlich freiwillig erfolgen. Die Freistellung durch Arbeitgeber müsse der Gesetzgeber jedoch zügig regeln – analog zu THW und Feuerwehr, bei denen es solche Regelungen bereits gibt.
Sicherheitslage verändert die Zivilgesellschaft
Der Krieg in Europa, die Bedrohung durch Russland und die damit einhergehende Zeitenwende verändern also nicht nur die Bundeswehr selbst, sondern das gesamte zivil-militärische Gefüge Deutschlands.
Landesverteidigung ist keine Sache des Militärs allein. Johanniter, Malteser – und auch das DRK – sind Teil eines Verteidigungssystems, das nicht (nur) auf gegenseitiger Abhängigkeit sondern auf Partnerschaft basiert .
„Ich fühle mich hier nicht nur unter Partnern, sondern unter Freunden“, fasste Generaloberstabsarzt Dr. Hoffmann seine Sichtweise der Partnerschaft zusammen. „Dieser Schulterschluss ist ein wichtiges Signal für die gesamte Bevölkerung, dass wir verstanden haben, wofür wir da sind und dass wir den Willen haben, das so gut wie möglich gemeinsam zu machen.“
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