Auf der diesjährigen Enforce Tac zeigt das Berliner Unternehmen Kumuii sein unbemanntes Überwasserfahrzeugs Caiman. Das System richtet sich explizit an Polizei, Militär, Katastrophenschutz und soll einige Features liefern, die bisher bei unbemannten Überwasserfahrzeugen (USV) fehlen.
Der Caiman ist nicht die erste Überwasserdrohne auf dem Markt, doch er soll kompakter und stabiler sein als bisherige Systeme. Das Fahrzeug wiegt weniger als 20 Kilogramm und gilt damit laut Hersteller als das leichteste Uncrewed Surface Vehicle (USV) seiner Klasse.
Es passt nicht nur in den Kofferraum, sondern lässt sich dank mehrerer integrierter Griffpunkte und die Möglichkeit der Ergänzung durch ein Tragesystem auch problemlos tragen – bei Bedarf sogar als Rucksack. Ideal für Einsatzkräfte, die beispielsweise abgesessen an ein Gewässer gelangen müssen.
Technische Einzelheiten des Caiman
- Maße: 122 x 40 x 35 cm
- Tiefgang: 20 cm
- Leergewicht: 15 kg
- Gewicht mit Sonar: 20 kg
- Antrieb: 2x elektrisch
- Geschwindigkeit: 2-6 kn
- Höchstgeschwindigkeit: 10 kn
- Betriebsdauer: bis zu 7 h bei 2 kn, bis zu 4 h bei 3 kn
- Reichweite: bis zu 14 nm
- Kommunikation: Dual-band WiFi (2.4/5 GHz)
- Sonar: Single Beam Echo Sounder, Multibeam Sonar (M1, M7) und weitere Optionen
Der Caiman von Kumuii benötigt keine Montage vor Ort. Per Zwei-Knopf-Start ist das System sofort einsatzbereit, ohne spezielles Vorwissen oder aufwendige Einweisung. Einsatz und Bergung sind laut Kumuii nahezu überall möglich. Vereinfacht gesagt: Der Caiman wird ins Wasser geworfen und kann losfahren.
Gegenüber Defence Network versicherte der Entwickler und Kumuii-Gründer, dass der Caiman nicht untergehen könne, sondern sich immer wieder von selbst aufrichten und weiter operieren könne. Auch stärkere Wellen seien daher kein Problem für das USV.
Professionelle Sensorik und Autonomie
Unter der robusten Außenhülle steckt hochwertige maritime Technologie. Der Caiman ist mit professionellen Multibeam-Sonarsystemen führender Hersteller wie Norbit ausgestattet und verfügt über ein duales GNSS-System mit RTK-Korrektursignal, das zentimetergenaue Positionsdaten liefert.
Ein Autopilot ermögliche zudem das autonome Absuchen komplexer Gewässerbereiche, während eine leistungsstarke Funkverbindung jederzeit zuverlässige Kommunikation mit der Landstation gewährleistet. Eine Frontkamera unterstützt die Navigation.
Kumuii baut für härteste Bedingungen
Robustheit war laut Kumuii eine zentrale Anforderung bei der Entwicklung. Die stoßfeste Außenhülle übersteht Stürze aus mehr als einem Meter Höhe – es kann aus bis zu zehn Metern Höhe ins Wasser geworfen werden, etwa von Brücken, Schiffen oder Hubschraubern.
Sämtliche empfindlichen Komponenten sind vollständig in das Gehäuse integriert und damit vor Beschädigungen geschützt. Alle Materialien sind korrosionsbeständig und für den Einsatz in Salzwasser wie auch in industriellem Abwasser geeignet.
Caiman auf der Enforce Tac
Mit dem Caiman betritt Kumuii ein Marktsegment, das bislang von deutlich schwereren oder komplexeren Systemen dominiert wird. Die Kombination aus extremer Mobilität, sofortiger Einsatzbereitschaft und professioneller Sensorik könnte das Fahrzeug besonders für Einheiten interessant machen, die schnell und flexibel auf Gewässerereignisse reagieren müssen.
Damit sind allerdings nicht nur militärische Anwender gemeint. Der Caiman soll auch der Polizei oder Rettungskräften helfen, Unterwasserbereiche schneller und effektiver abzusuchen.
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