Frankfurts neue Einheit „BAO Zeil“ bei einer Großkontrolle

Die BAO Zeil ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Polizeipräsidium Frankfurt und dem Hessischen Polizeipräsidium für Einsatz. Bei der Kontrolle am Samstag waren etwa 120 Beamte im Einsatz. Hessens Innenminister Roman Poseck hat am Wochenende gemeinsam mit Polizeipräsident Stefan Müller, die seit Herbst gegründete BAO Zeil begleitet.

Großkontrolle auf der BAO Zeil in Frankfurt am Main: Innenminister Roman Poseck im Gespräch mit zwei Beamten
Großkontrolle auf der BAO Zeil in Frankfurt am Main: Innenminister Roman Poseck im Gespräch mit zwei Beamten
Foto: HMdI

Poseck erklärte: „Die Zeil ist eine wichtige Lebensader Frankfurts. Die Einkaufsmeile ist zugleich einer der anspruchsvollsten Einsatzräume der Polizei. Insbesondere an Wochenendabenden entwickelt sie sich zunehmend zu einem Kriminalitätsbrennpunkt. Ladendiebstähle, Körperverletzungen, Vermüllung, öffentliches Urinieren und respektloses Verhalten gegenüber Einsatzkräfte tragen zu einem aggressiven Klima auf der Zeil bei.

Das führt dazu, dass sich Bürger zum Teil nicht mehr sicher fühlen. Verantwortlich dafür sind vor allem größere Gruppen junger Männer, begleitet von Alkohol- und Drogenkonsum, die versuchen, die Zeil zu dominieren und andere zu verdrängen. 

Besonders deutlich wird das an den Zahlen: Im Jahr 2024 wurden mehr als 5.000 Fälle auf der Zeil und den Nebenstraßen registriert. Mit über 1.700 Fällen überwiegen Ladendiebstähle, aber auch Körperverletzungen (572 Fälle) und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (153) wurden vermehrt festgestellt. Die Hälfte der Taten (51 %) finden von Donnerstag bis Samstag statt, fast die Hälfte davon in der Zeit zwischen 18 Uhr und 7 Uhr. Fast 80 Prozent der Tatverdächtigen sind Männer, der überwiegende Teil von ihnen im Alter zwischen 21 und 29 Jahren. Hinzu kommt, dass rund 70 Prozent der Tatverdächtigen keine deutsche Staatsangehörigkeit haben und nicht in Frankfurt gemeldet sind.

Darauf müssen wir reagieren: Deshalb hat das Polizeipräsidium Frankfurt gemeinsam mit dem Hessischen Polizeipräsidium Einsatz im Herbst 2025 die BAO Zeil eingerichtet. Seit dem 17. Oktober 2025 finden regelmäßig, sichtbare und konsequente Kontrollen insbesondere an Freitag- und Samstagabenden statt. 

Daneben haben die Entwicklungen im 1. Revier im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen eine Dienstgruppe dazu beigetragen, die Zeil als Einsatzraum neu zu denken und die Beamten vor Ort zu entlasten.

Dabei verfolgt die Polizei eine klare Null-Toleranz-Strategie. Ordnungswidrigkeiten sind keine Lappalien, sondern oft der Einstieg in weitere Eskalationen. Deshalb werden Verkehrsverstöße, etwa verbotene E-Bikes in der Fußgängerzone, ebenso konsequent verfolgt wie öffentliches Urinieren, Ladendiebstähle und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Hinzu kommen regelmäßige Jugendschutzkontrollen. Diese konsequente Linie ist richtig. Denn Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung sind Grundvoraussetzungen für eine gute Lebensqualität und für das Vertrauen in unseren Rechtsstaat.

Die Zeil darf kein rechtsfreier Raum sein. Sie muss wieder ein Ort sein, an dem sich alle Menschen sicher, willkommen und respektiert fühlen können. Die BAO Zeil ist neben der Innenstadtoffensive und den regelmäßigen Razzien im Bahnhofsviertel ein weiterer wichtiger Baustein, um unsere Innenstädte so sicher wie möglich zu machen. Ich danke allen Beamten für ihren herausragenden Einsatz für unsere Sicherheit, nicht nur am gestrigen Abend, sondern jeden einzelnen Tag. Sie haben unsere Wertschätzung und Rückendeckung verdient. 

Auf der Zeil konnte ich mich von dem guten Zusammenspiel der Kräfte der Frankfurter Polizei und der Bereitschaftspolizei überzeugen. Ich habe durchweg Polizisten erlebt, die mit Fingerspitzengefühl, Empathie, Augenmaß und Konsequenz vorgegangen sind. Dabei ist die Polizei auch als Kommunikator in Erscheinung getreten. Sie hat Sinn, Zweck und Ablauf der Maßnahmen für alle Beteiligten, auch unbeteiligte Passanten, jederzeit transparent gemacht und so zu einem überwiegend positiven Klima gegenüber den Einsatzkräften beigetragen.“

Ergebnisse der Kontrolle der BAO Zeil

Bei der Großkontrolle im Bereich der Einkaufsstraße Zeil, inklusive der B-Ebene der S-Bahn- und U-Bahn-Station Hauptwache, sowie im Allerheiligenviertel wurden insgesamt rund 280 Personen und neun szenetypisch auffällige Fahrzeuge durch die beteiligte Kontrolleinheit „Autoposer, Raser, Tuner“ (KART) kontrolliert.

 Vereinzelt zeigten Personen aggressives und provokantes Verhalten gegenüber Passanten und Einsatzkräften. Gegen vier auffällige Personen wurden Platzverweise ausgesprochen; eine Person wurde zwecks Ausnüchterung in Gewahrsam genommen.

Bei den Kontrollen im öffentlichen Raum und bei Gaststätten- und Jugendschutzkontrollen wurden neun Strafverfahren, u. a. wegen Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz, das Betäubungsmittelgesetz, das Waffengesetz und wegen Geldwäsche, sowie 27 Ordnungswidrigkeitenverfahren (u. a. Verstoß gegen das Waffengesetz; Erlöschen der Betriebserlaubnis eines Fahrzeugs; öffentliches Urinieren) eingeleitet. In einer Spielothek stellten die Einsatzkräfte mehr als 10.000 Euro wegen des Verdachts der Geldwäsche sicher. Außerdem gab es zwecks Gefahrenabwehr fünf Sicherstellungen nach dem Hessischen Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (HSOG), darunter u. a. zwei Pfefferpistolen.

Quelle: HMdI

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