Ehrenamtsstudie Feuerwehr: Große Beteiligung und klare Handlungsempfehlungen

Der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling hat die Ergebnisse der landesweiten „Ehrenamtsstudie Feuerwehr“ vorgestellt. Ziel der Studie war es, aus erster Hand zu erfahren, wie das Ehrenamt in den rheinland-pfälzischen freiwilligen Feuerwehren gestärkt, attraktiv und zukunftsfähig gestaltet werden kann. Mit mehr als 12.500 teilnehmenden Feuerwehrangehörigen beteiligten sich rund 22 Prozent aller ehrenamtlichen Einsatzkräfte im Land an der Online-Befragung – eine außergewöhnlich hohe Resonanz.

Die Ehrenamtsstudie Feuerwehr erfreute sich großer Beteiligung und sendet nun klare Handlungsempfehlungen aus.
Die Ehrenamtsstudie Feuerwehr erfreute sich großer Beteiligung und sendet nun klare Handlungsempfehlungen aus.
Foto: MdI RLP

„Diese enorme Beteiligung zeigt eindrucksvoll, wie stark sich unsere ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner mit ihrem Dienst identifizieren. Sie haben sich Zeit genommen, ihre Erfahrungen, Erwartungen und auch Kritik offen mit uns zu teilen – dafür gebührt ihnen unser großer Dank“, erklärte Innenminister Michael Ebling bei der Vorstellung der Studie gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz Frank Hachemer, dem Geschäftsführer des Gemeinde- und Städtebundes Moritz Petry und dem Präsidenten des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz René Schubert.

Die vom Ministerium des Innern beauftragte Untersuchung wurde vom Stifterverband für die deutsche Wissenschaft e.V. durchgeführt. Als Ergebnis wurden zehn konkrete Handlungsempfehlungen formuliert – sechs zur Gewinnung und vier zur langfristigen Bindung von Einsatzkräften. Die Empfehlungen richten sich an Land, Kommunen und die freiwilligen Feuerwehren gleichermaßen.

Die Studie zeichnet insgesamt ein sehr positives Bild: Rund 80 Prozent der Befragten beabsichtigen, ihr Engagement in der Feuerwehr im bisherigen Umfang fortzusetzen. Mehr als ein Drittel kann sich sogar vorstellen, sich künftig noch stärker einzubringen. Besonders ausgeprägt ist diese Bereitschaft bei jungen Menschen: Über die Hälfte der 16- bis 29-Jährigen plant, ihr Engagement auszubauen, und rund zwei Drittel sind offen für zusätzliche Verantwortung.

Die Studie benennt aber auch Handlungsbedarfe. Viele Einsatzkräfte erwarten, dass die Gewinnung neuer Mitglieder künftig schwieriger wird. Kritisch bewertet werden der Zustand von Dienstkleidung, persönlicher Schutzausrüstung und Feuerwehrgerätehäusern. Auch bei Aus- und Weiterbildungsangeboten sowie bei der Flexibilität der Grundausbildung sehen viele Befragte Verbesserungsbedarf.

„Frauen stellen derzeit nur rund zehn Prozent der ehrenamtlichen Einsatzkräfte in Rheinland-Pfalz, mehr als die Hälfte von ihnen ist unter 30 Jahre alt. Die Studie zeigt uns, dass es wichtig ist, die Perspektiven von Frauen gezielt zu berücksichtigen und die Attraktivität des Ehrenamts weiter zu erhöhen, insbesondere durch bessere Zugänge zu Führungsfunktionen und sichtbare Vorbilder. Auch dieser Aufgabe wollen wir uns annehmen“, so Innenminister Ebling.

Land, Kommunen und Landesfeuerwehrverband werden die Ergebnisse nun gemeinsam auswerten. Dazu wird ein „Forum Ehrenamt Feuerwehr“ etabliert, das die Handlungsempfehlungen prüfen, priorisieren und konkrete Umsetzungsvorschläge erarbeiten wird.

„Die Studie liefert uns eine fundierte Grundlage für die nächsten Schritte. Entscheidend ist jetzt, dass wir gemeinsam mit Kommunen und dem Feuerwehrverband handeln“, betonte Innenminister Ebling. „Unser Ziel ist es, das Feuerwehrehrenamt in unserem Land nachhaltig zu stärken – mit verlässlichen Rahmenbedingungen, fairer Anerkennung und klaren Perspektiven.“

Unabhängig von den Beratungen im Forum sollen erste Maßnahmen zeitnah angestoßen werden. Dazu zählen unter anderem der weitere Ausbau der Bambini-Feuerwehren, eine stärkere Verankerung von Feuerwehr und Bevölkerungsschutz in Kitas und Schulen sowie die Prüfung von landesweit möglichst einheitlichen und fairen finanziellen Anerkennungen des Feuerwehrdienstes.

Zum Abschluss dankte der Innenminister allen ehrenamtlichen Einsatzkräften im Land: „Die rund 56.400 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner in Rheinland-Pfalz leisten mit hoher fachlicher Kompetenz und großem persönlichen Einsatz einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit unseres Landes. Dieses Engagement verdient nicht nur Respekt, sondern auch dauerhafte Wertschätzung und verlässliche Unterstützung.“

Quelle: Innenministerium Rheinland-Pfalz

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