Mit einer deutlichen Mehrheit von 96,5 Prozent hat die Deutsche Polizeigewerkschaft Heiko Teggatz zu ihrem neuen Bundesvorsitzenden gewählt. Unmittelbar nach der Wahl setzt der Gewerkschafter deutliche Akzente, insbesondere zur wachsenden Gewalt gegen Polizisten. Teggatz beerbt den umstrittenen Rainer Wendt.
„Ich danke den Delegierten herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen und herausragende Wahlergebnis“, so Heiko Teggatz unmittelbar nach der Wahl. Gemeinsam mit der übrigen Bundesleitung, sowie den Funktionsträgern und Landesverbänden wolle er sich „voller Entschlossenheit“ für die Belange der Polizeibeschäftigten einsetzen.
Zuvor hatte der Bundeskongress der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) eine neue Führung gewählt. Die 396 Delegierten wählten in Berlin neben Heiko Teggatz auch Ralf Kusterer aus Baden‑Württemberg zu Teggatz‘ erstem Stellvertreter. Beide Männer waren zuvor bereits stellvertretende Vorsitzende gewesen. Außerdem wurden in diese Position gewählt: Markus Sehn (Saarland), Thomas Jungfer (Hamburg), Thorsten Grimm (Bayern) und Olaf Sendel (Sachsen‑Anhalt).
Zentrales Thema für Teggatz: Kampf gegen Polizeigewalt
„Menschen, die tagtäglich für unsere Sicherheit sorgen, geraten zunehmend selbst ins Visier von Gewalt“, so Teggatz in seiner Antrittsrede. Die Lage für Einsatzkräfte sei hoch angespannt. Brutale und teils lebensgefährliche Angriffe stünden vielerorts an der Tagesordnung.
Besonders im Umfeld von Demonstrationen nehme die Gewaltbereitschaft deutlich zu. „Gewalt gegen Einsatzkräfte ist inakzeptabel und darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben!“, bekräftigte Teggatz sein zentrales Thema, die steigende Gewalt gegen Polizeibeamte.
Wer den Rechtsstaat angreift, greift gezielt diejenigen an, die ihn tagtäglich schützen.
– Heiko Teggatz, neu gewählter Vorsitzender der DPolG
Neben der Sicherheit der Einsatzkräfte adressierte Teggatz auch wirtschaftliche Anliegen der Beschäftigten. Angesichts der am selben Tag veröffentlichten Kriminalstatistik 2025 forderte er zudem schärfere Maßnahmen gegen Intensivtäter.
Besonders kritisch äußerte sich der neue Vorsitzende zur fehlenden Entlastungsprämie für Bundesbeamte im Sicherheitsbereich: „Während viele Gruppen finanziell entlastet werden, gehen ausgerechnet diejenigen leer aus, die tagtäglich für den Staat arbeiten.“
Rainer Wendt – 19 Jahre im Amt
Teggatz‘ Vorgänger – Rainer Wendt – hatte das Amt als Vorsitzender der DPolG knapp zwei Jahrzehnten inne und stand für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung. Wendts Amtszeit war von Anfang an von Kontroversen geprägt. Der Gewerkschafter wurde stellenweise als schillernd, polternd, populistisch und vor allem polarisierend beschrieben.
Besonders in seinen letzten Amtsjahren geriet Wendt massiv in die Kritik: Mehrere Landesverbände der DPolG (darunter NRW und Hessen) distanzierten sich von queerfeindlichen Äußerungen Wendts.
Die andere große Polizeigewerkschaft – die Gewerkschaft der Polizei (GdP), welche die DPolG an Mitgliedern deutlich übertrifft – verurteilte mehrfach politische Äußerungen Wendts als widersprechend zu den für Polizisten und Polizistinnen fundamentalen Werten von Vielfalt, Gleichheit und Respekt. Sein Abgang markiert somit auch das Ende einer Ära, die durch polarisierende Debatten geprägt war.
Bundesleitung für 5 Jahre
Mit einer klaren Agenda für die kommenden fünf Jahren und der breiten Unterstützung durch die Delegierten sollen Heiko Teggatz und die neue DPolG-Bundesleitung in den kommenden Jahren die Interessen der Polizeibeschäftigten energisch vertreten.
Ob Teggatz dabei nicht nur das Amt, sondern auch die Amtsführung von Wendt übernimmt, werden wohl die ersten 100 Tage seiner Amtszeit zeigen.
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