Dekontamination: Unsichtbare Gefahren erfordern schnelle Maßnahmen
Unsichtbar, geruchlos und oft lebensgefährlich: Kontaminationen durch chemische, biologische, radiologische oder nukleare Stoffe stellen Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen. Eine mögliche Lösung sind Dekontaminationseinrichtungen in Form von Containern oder Zelten.
Mobiler Dekon-Container für kontaminierte Personen
Auf der INTERSCHUTZ 2026 in Hannover stellte die DST innovation GmbH einen mobilen Dekon-Container zum Zweck besonderer Gefährdungslagen aus. Der Container verfügt über zwei seperate Kammern, die durch ein Rolltor getrennt sind. Somit kann eine gründliche und sichere Dekontamintation gewährleistet werden.
Im ersten Bereich wird die zu dekontaminierende Person von Rettungskräften in Empfang genommen und entkleidet. Vier nach außen führende Rohre ermöglichen die sichere Entsorgung von kontaminierter Kleidung. Die weiteren Schritte können je nach Zustand der kontaminierten Person im Liegen oder stehen bzw. im Sitzen stattfinden.
Gefilterte Luft und sichere Entsorgung
Während des Prozesses findet eine Absaugung der Kontaminierten Luft im Inneren des Containers statt. Die abgezogene Luft wird gefiltert und kann somit wieder in die Umwelt abgegeben werden. Ist die zu behandelnde Person fertig entkleidet, geht es durch die Öffnung des Rolltors zum Nächsten Schritt der Dekontamination.
Mit vier zur Verfügung stehenden Brausen kann die kontaminierte Person gereinigt werden. Zusätzlich werden hier spezielle Dekontaminierungsmittel meist auf Basis von Ethanol, Isopropanol, Peressigsäure oder milder Tensidlösungen eingesetzt. Danach erhalten die behandelten Personen ein Paket bestehend aus saisonal abgestimmter Kleidung inklusive Handtücher und Schuhe.
Weltneuheit für den Einsatzhund
Auch die Dekontamination von Tieren im Einsatz wurde von der DIRKS Group GmbH & Co. KG erstmalig als Weltneuheit vorgestellt. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Einsatz- und Spezialhunden. Die Zielsetzung der Station sei laut DIRKS die Schnelle Reinigung kontaminierter Tiere sowie eine sichere Durchführung für Tier und Personal.
Das System ermöglicht dem Tier, selbstständig in die Dekontaminationsbox zu laufen, was die Belastung für das Tier deutlich reduziert. Die Dekontaminations-Station für Tiere funktioniert prinzipiell so, wie der Container zur Dekontamination des Menschen. Die Station verfügt über zwei Anschlüsse für Klarwasser sowie zwei Anschlüsse für Dekontaminationslösungen.
Zuerst wird das Tier durch zwei Mitarbeitende in der Station gesichert. Zwei weitere Einsatzkräfte führen die Dekontamination durch. Dadurch ist eine Präzise Dekontamination möglich.Durch die transparente Bauweise der Dekontaminationsbox behalten die Einsatzkräfte das Tier während des gesamten Vorgangs im Blick. Dies erhöht die Sicherheit und erleichtert die Kontrolle des Dekontaminationsprozesses.
Flexible Lösung für verschiedene Einsatzszenarien
Ein weiterer Vorteil der Station ist ihre mobile Bauweise. Sie kann schnell auf- und abgebaut werden und eignet sich dadurch für den flexiblen Einsatz an unterschiedlichen Schadensorten. Neben der Dekontamination von Hunden kann das System auch zur Reinigung von Werkzeugen, technischer Ausrüstung und weiteren Einsatzgegenständen genutzt werden.
Dadurch trägt die Anlage dazu bei, die Verschleppung von Gefahrstoffen auf Personen, Fahrzeuge oder Material zu verhindern und die Einsatzbereitschaft nach einem kontaminierten Einsatz schnell wiederherzustellen.Die Anlage wurde speziell für biologische und chemische Gefahrenlagen entwickelt. Nach Angaben des Herstellers kann sie beispielsweise nach Einsätzen in kontaminierten Gebäuden, Industrieanlagen oder anderen belasteten Einsatzorten verwendet werden.
Egal ob Mensch oder Tier – eine wirksame Dekontamination ist entscheidend, um die Ausbreitung gefährlicher Stoffe zu verhindern und die Sicherheit aller Beteiligten nach einem Einsatz zu gewährleisten.
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