Das Technische Hilfswerk (THW) ist künftig mit fünf neuen Dekontaminations-Containern zur Abwehr chemischer, biologischer, radiologischer und nuklearer Gefahren (CBRN) europaweit einsatzbereit. Im Rahmen der neuen Einheit „rescEU CBRN Decon Germany“, die Gefahrstoffe entfernen kann, entwickelte das THW gemeinsam mit Partnern den neuen mobilen Container.
„Als ein Herzstück der rescEU CBRN-Einheit dienen diese neuen Dekontaminations-Container den THW-Einsatzkräften bei der Abwehr von oft geruchlosen oder unsichtbaren Gefahren. Wir können damit auf schwerwiegende CBRN-Verschmutzungen schnell und effektiv reagieren. Das stärkt die europäische Zusammenarbeit im Katastrophenschutz“, betont THW-Präsidentin Sabine Lackner.
Am THW-Logistikzentrum Baden-Württemberg erfolgte nun die Einweisung von THW-Einsatzkräften in die Handhabung der neuen Dekontaminations-Container und anschließend die Übergabe der Container durch den Hersteller. Mit der darin enthaltenen Ausstattung kann die THW-Einheit mit ihren eigens geschulten, ehrenamtlichen Fachkräften künftig Straßen, Gebäude und Fahrzeuge dekontaminieren, wenn sie mit gefährlichen Substanzen verunreinigt wurden.
Die gesamte Einheit „rescEU CBRN Decon Germany“ ist mobil und modular europaweit einsetzbar. Die spezialisierten THW-Decon-Container sind auf LKW mit Pritsche verlastbar, was die Einheit extrem flexibel macht. Im THW ist der Transport mit den neuen LKW mit Ladekran und Seilwinde geplant, wie sie auch von den Fachgruppen Wassergefahren genutzt werden.
rescEU CBRN Decon – klein, mobil, leistungsfähig
Bei einer Länge von zehn Fuß beinhalten die klein dimensionierten, autarken Decon-Container verschiedene technische Komponenten von Stromaggregaten, Mischgeräten für Chemikalien bis hin zu Geräten zur Ausbringung von Dekontaminationsmitteln. Mit der Ausstattung können alle drei taktischen Dekontaminationsschritte von der Vorwäsche zur Aufbringung von Decon-Mitteln bis zur Nachwäsche durchgeführt werden. Eine Dekontamination von Fahrzeugen oder Infrastrukturbestandteilen kann gleichzeitig erfolgen. Ferner gibt es eine Vorrichtung zur Straßenreinigung, die am Fahrzeug angebracht werden kann.
Die Einheit „rescEU CBRN Decon Germany“ ist von der Europäischen Union (EU) gelistet sowie finanziert und steht unter einem permanenten Einsatzvorbehalt der Europäischen Kommission. Die neue Einheit wird zukünftig bei großen Schadenslagen mit CBRN-Verunreinigung angefordert, zu deren Bekämpfung ein Staat Unterstützung benötigt und über das EU-Katastrophenschutzverfahren entsprechende Hilfe anfordert.
Eine internationale Kooperation
Bereits seit 2022 entwickelte das THW gemeinsam mit der Bundespolizei und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) die bisher personell und materiell umfangreichste europäische Einheit zur Dekontamination von Personen, Infrastruktur, Ausstattung und Fahrzeugen. Die technische Umsetzung erfolgte durch die Firma Kärcher Futuretech.
Insgesamt umfasst „rescEU CBRN Decon Germany“ vier Teileinheiten mit insgesamt 300 Einsatzkräften vom THW und der Bundespolizei sowie über 60 Fahrzeuge, umfangreiche Decon-Ausstattung, Geräte, Zelte und die nun übergebenen Container, welche künftig vom THW betrieben werden. Die weitere Ausstattung ist auf verschiedene Standorte, sowohl von THW als auch von der Bundespolizei, in Deutschland verteilt.
Als strategische Reserve der EU ist die neue Auslands-Einheit „rescEU CBRN Decon Germany“ ab Ende 2026 europaweit im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens bei großflächigen CBRN-Schadenslagen abrufbar und einsatzbereit.
„Dank der Finanzierung durch die EU, die über einen Zeitraum von vier Jahren 37,5 Millionen Euro investierte, wird die Resilienz Europas bei Großschadenslagen weiter ausgebaut. Das stärkt die europäische Zusammenarbeit im Katastrophenschutz und ist ein wichtiges Signal der EU in Krisenzeiten“, so THW-Präsidentin Lackner.
Im kommenden Juni wird die gesamte „rescEU CBRN Decon“-Kapazität seine Leistungsfähigkeit bei einer großen Übung um Großraum Köln demonstrieren.
Quelle: THW
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