Der BDSW warnt vor den Folgen einer möglichen Reform der Minijobs für die Sicherheitsbranche. Besonders bei Veranstaltungen seien flexible Beschäftigungsmodelle unverzichtbar. Der Verband fordert Bund und Länder auf, die besonderen Anforderungen der Sicherheitswirtschaft zu berücksichtigen.
Gespräch auf der Sicherheitsexpo in München
Anlässlich der heutigen Sicherheitsexpo in München traf BDSW-Präsident Werner Landstorfer den bayerischen Staatsminister des Innern, für Sport und Integration, Joachim Herrmann. Im Gespräch machte Landstorfer deutlich, dass der Verband eine Abschaffung oder faktische Entwertung der Minijobs ablehnt. Herrmann befürwortete diese Position. Arbeitsmarktpolitische Entscheidungen dürfen nicht dazu führen, dass bewährte und für die Sicherheit unverzichtbare Beschäftigungsmodelle geschwächt werden.
„Dieses klare Signal aus Bayern begrüßen wir ausdrücklich. Gerade die Länder tragen eine besondere Verantwortung für die Innere Sicherheit und wissen aus der Praxis, welche Bedeutung flexible Beschäftigungsmodelle für die Durchführung sicherer Veranstaltungen haben“, erklärt BDSW-Präsident Werner Landstorfer.
Minijobs als tragende Säule der Veranstaltungs- und Sicherheitsbranche
Der BDSW weist darauf hin, dass insbesondere in der Veranstaltungs- und Ordnungsdienstsicherheit heute weit über 90 Prozent der eingesetzten Sicherheitskräfte im Rahmen geringfügiger Beschäftigungen tätig sind. Konzerte, Festivals, Sportveranstaltungen, Volksfeste oder Weihnachtsmärkte seien auf diese flexible Personalstruktur angewiesen. Fielen Minijobs weg oder würden sie durch zusätzliche Sozialversicherungsbeiträge erheblich unattraktiver, könnten zahlreiche Veranstaltungen ihre behördlich geforderten Sicherheitskonzepte künftig personell nicht mehr erfüllen.
Forderungen in einem Offenen Brief an Politik und Verwaltung
In seinem Offenen Brief fordert der Verband deshalb unter anderem den Erhalt flexibler Beschäftigungsmodelle, den Verzicht auf zusätzliche finanzielle Belastungen der Unternehmen – insbesondere durch eine generelle Einbeziehung geringfügiger Beschäftigungen in die Pflegeversicherung – sowie eine frühzeitige Einbindung der betroffenen Wirtschaft in die politischen Beratungen.
Appell an Bund und Länder zur Sicherung der Einsatzfähigkeit
„Deutschland erhöht zu Recht kontinuierlich die Anforderungen an die Sicherheit öffentlicher Veranstaltungen. Wer höhere Sicherheitsstandards fordert, muss aber auch dafür sorgen, dass ausreichend qualifizierte Sicherheitskräfte zur Verfügung stehen. Arbeitsmarkt- und Sicherheitspolitik dürfen nicht gegeneinander arbeiten“, so Landstorfer.
Der BDSW appelliert an Bund und Länder, die besonderen Anforderungen der Sicherheitswirtschaft bei den weiteren Beratungen zur Zukunft der geringfügigen Beschäftigung zu berücksichtigen. Sicherheit brauche Menschen – und diese benötigten verlässliche, praxistaugliche und attraktive Beschäftigungsmodelle.
Quelle: BDSW – Bundesverband der Sicherheitswirtschaft
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