KI verändert die Cybersicherheit schneller, als Teams Know-how aufbauen können: Laut einer Barracuda-Umfrage unter 2.000 Entscheidern berichten 94 Prozent von Qualifikationslücken. 56 Prozent verzeichneten im Zusammenhang mit KI einen Personalabbau, bei Vorfällen entscheidet aber meist weiter der Mensch.
Cybersicherheits-Teams geraten laut dem Cybersecurity Skills Gap Report von Barracuda Networks zunehmend unter Druck. Fast alle Befragten (94 Prozent international, ebenfalls 94 Prozent im DACH-Raum) berichten von Qualifikationslücken. Zu den am häufigsten genannten Herausforderungen zählen KI-bezogene Risiken (68 Prozent international, 64 Prozent DACH) sowie komplexe Identitäts- und Phishing-Bedrohungen (jeweils 67 Prozent). Dazu gehören laut Report die Kompromittierung von Geschäfts-E-Mails, OAuth-Missbrauch und das Umgehen der Multi-Faktor-Authentifizierung.
Der Report von Barracuda Research basiert auf einer internationalen Umfrage unter 2.000 Entscheidern im mittleren und höheren Management in IT und Cybersicherheit. Befragt wurden Unternehmen mit 100 bis 2.000 Mitarbeitern.
Wachsende Aufgaben bei begrenzten Ressourcen
Die Teams haben Mühe, mit ihren Aufgaben Schritt zu halten:
- 50 Prozent (DACH: 48 Prozent) gaben an, kontinuierlich wachsende digitale Prozesse ohne zusätzliche Ressourcen unterstützen zu müssen.
- 40 Prozent (DACH: 41 Prozent) sagten, die Erwartungen ihres Unternehmens überstiegen ihre Cybersicherheitskompetenzen und -Tools.
- 35 Prozent (DACH: 37 Prozent) sehen die Erwartungen über ihren personellen Kapazitäten.
- 67 Prozent (DACH: 63 Prozent) haben Schwierigkeiten, mit den wachsenden Anforderungen Schritt zu halten.
- 32 Prozent (DACH: 26 Prozent) können ihr Unternehmen nur reaktiv statt proaktiv schützen.
„Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Auswirkungen von KI die Cybersicherheitslandschaft schneller verändern als viele Cybersicherheits-Teams die entsprechenden erforderlichen Kompetenzen, Transparenz und Governance aufbauen können“, sagt Siroui Mushegian, Senior Vice President und Chief Information Officer bei Barracuda. Unternehmen müssten ihre Teams neu ausrichten und die Leistungsfähigkeit von KI und Automatisierung mit menschlicher Expertise, Urteilsvermögen und Transparenz kombinieren.
KI verändert Rollen
79 Prozent der Unternehmen (DACH: 82 Prozent) geben an, dass KI bereits Auswirkungen auf Cybersicherheitsrollen oder ihren Personalbestand hat. 56 Prozent (international wie DACH) verzeichneten im Zusammenhang mit KI einen Personalabbau, der sich gleichmäßig auf Einstiegs- und höhere Positionen verteilte. Bei kritischen Entscheidungen bleibt der Mensch gefragt: 69 Prozent (DACH: 76 Prozent) nutzen bei der Reaktion auf Vorfälle ein Modell, in dem KI Untersuchung und Analyse unterstützt, während Kontexteinordnung, Beurteilung und finale Entscheidungen bei Menschen liegen.
Neue Anforderungen an Fachkräfte
Aufgaben verlagern sich laut Barracuda zunehmend zu Bedrohungsermittlung, Incident-Leitung, Automatisierungssteuerung und Unternehmensrisikomanagement. 56 Prozent (DACH: 52 Prozent) benötigen zusätzliche Kompetenzen in Incident Response, Entscheidungsfindung unter Druck und Risikomanagement. 61 Prozent (DACH: 52 Prozent) sehen Bedarf an zusätzlichen Führungskompetenzen im strategischen Sicherheitsmanagement, etwa KI-Governance-Expertise und die Fähigkeit, betriebswirtschaftliche Folgen technischer Risiken zu erklären.
Barracuda warnt, der Kompetenzmangel könne sich verschärfen, wenn Unternehmen Einstiegsaufgaben zunehmend automatisieren und keine klaren Entwicklungspfade für neue Fachkräfte schaffen. Mushegian fordert, die entscheidenden Fähigkeiten in der nächsten Generation von Cybersicherheitsexperten zu fördern und neue Möglichkeiten für praktische Erfahrung zu schaffen.



