Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse durch den Klimawandel sowie hybrider Bedrohungen gewinnt die koordinierte Zusammenarbeit im Katastrophenmanagement an Bedeutung. Darauf weist Michèle Knodt, Direktorin des Anwendungs- und Transferzentrums Digital Resilience Xchange (DiReX) an der Technischen Universität Darmstadt, hin.

Zum fünften Jahrestag der Ahrtalflut am 14. Juli betont die Politikwissenschaftlerin: „Eine verbesserte Koordination der Beteiligten sowie eine verbesserte Integration der Zivilgesellschaft würde das Katastrophenmanagement optimieren und die Vorbereitung auf zukünftige Katastrophen und Krisen erhöhen.“
Vier Schwachstellen im Katastrophenmanagement
In einer Analyse innerhalb des LOEWE-Zentrums emergenCITY identifizierte sie 2023 mit Kolleg:innen vier Schwachstellen im Katastrophenmanagement, die bereits während der Hochwasserkatastrophe 2021 sichtbar wurden und teilweise weiterhin bestehen. Dazu gehörte die Koordination innerhalb und zwischen Verwaltungs- und Katastrophenschutzstäben. Fehlende Routine und fehlende gemeinsame Fachsprachen verzögerten Entscheidungen. Darüber hinaus gab es zweitens Probleme an der Schnittstelle zwischen Katastrophenschutzstäben und Einsatzkräften. So führten Kommunikationsausfälle zu nicht eingesetzten Rettungskräften.
Hinzu kam drittens die Rolle politisch Verantwortlicher. Die Analyse zeigte, dass die gesamtpolitisch Verantwortlichen auf den unterschiedlichen Ebenen sich teilweise aus dem Verantwortungsbereich des Katastrophenmanagements zurückzogen. Und viertens mangelte es an einer durchdachten Integration der Zivilgesellschaft. Spontanhelfer:innen waren zwar zahlreich vor Ort, wurden aber nicht optimal eingebunden.
„Verwaltungsstäbe benötigen eigene Trainingskonzepte parallel zu Katastrophenschutzstäben, Einsatzkräfte müssen besser über Führungsstrukturen in Großschadenslagen aufgeklärt werden und die Zivilgesellschaft muss besser integriert werden“, sagt Michèle Knodt.
Quelle: Technische Universität Darmstadt / Digital Resilience Xchange (DiReX)
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