Hessische Städte und Gemeinden sind zunehmend Ziel von Ransomware, Phishing oder anderen digitalen Angriffen. Um die kommunale Handlungsfähigkeit zu sichern, bietet das Land Hessen im Rahmen des Aktionsprogramms Kommunale Cybersicherheit (AKC) ein umfassendes, kostenfreies Unterstützungsportfolio an. Die AKC-Angebote sind passgenau auf die Bedürfnisse der Kommunen ausgerichtet. IT-Infrastruktur und IT-Systeme, Notfallplanungen, Notfallhilfen, Sensibilisierung der Mitarbeiter – für alle wichtigen Bereiche gibt es professionelle und qualitativ hochwertige Unterstützung. Auch auf der Münchner Sicherheitskonferenz spielte das Thema Cybersicherheit eine wichtige Rolle. Nach dem aktuellen Munich Security Index – Befragung des Institutes CNC an Bürger in den G7-Staaten – werden Cyberangriffe auf das eigene Land von den Befragten in Deutschland als größte Bedrohung wahrgenommen – noch vor Handelskriegen, Klimawandel und Künstlicher Intelligenz.
Innenminister Roman Poseck betonte dazu: „Dass das Thema Cybersicherheit auch auf der Münchner Sicherheitskonferenz aufgegriffen wurde, unterstreicht seine hohe Relevanz auf internationaler Ebene. Angesichts der zahlreichen Angriffe, insbesondere auf unsere kritische Infrastruktur, müssen wir resilienter werden. Die Bedrohung durch Cyberangriffe ist heute eine der größten Herausforderungen für unsere Gesellschaft. Jeden Tag werden tausende Angriffe auf IT-Systeme verübt.
Auch bei uns in Hessen. Kommunen sind dabei besonders gefährdet, denn ein Ausfall ihrer IT kann unmittelbare Folgen für die Bürger haben. Ausfälle in der Verwaltung, in der öffentlichen Daseinsvorsorge oder bei kritischen Infrastrukturen müssen wir bestmöglich verhindern. Deshalb haben wir 2024 das Aktionsprogramm Kommunale Cybersicherheit ins Leben gerufen. Es bietet den hessischen Städten, Gemeinden und Landkreisen konkrete, kostenfreie Unterstützung, um ihre IT-Infrastruktur zu schützen und im Ernstfall schnell wieder handlungsfähig zu sein.
Wir haben das AKC insbesondere in der Notfallhilfe nochmals ausgebaut. Mit dem Angebot eines Incident Response Service (IRS) steht den Kommunen professionelle Hilfe zur Verfügung, falls kommunale Daten beispielsweise infolge eines Ransomeware-Angriffs verschlüsselt wurden und alle IT-Systeme ausfallen. Kommt es zum Worst Case, steht den Kommunen ein Expertenteam zur Seite, das innerhalb von 24 Stunden vor Ort ist.
Die ersten fünf Einsatztage sind dabei für die Kommunen kostenfrei. Wir lassen unsere Kommunen in einer Notsituation nicht allein. Voraussetzung dafür ist ein vorheriges, ebenfalls kostenloses Audit der IT-Infrastruktur, das über das Kommunale Dienstleistungszentrum Cybersicherheit (KDLZ-CS) gebucht werden kann. Gleichzeitig setzen wir auf Prävention. Die neue Phishing-Simulationsplattform und das weiterentwickelte E-Learning helfen, Mitarbeiter für aktuelle Bedrohungen zu sensibilisieren. Denn technischer Schutz allein reicht nicht aus. Nur wenn alle mitdenken und wissen, wie sie sich verhalten müssen, können wir die Angriffsfläche verringern.
Ich appelliere an alle hessischen Kommunen, diese Angebote auch zu nutzen. Deshalb habe ich mich heute auch mit einem Brief an die hessischen Kommunen gewandt. Gerade kleinere und mittlere Städte und Gemeinden sollten sich jetzt registrieren. Gefahren der Cyberkriminalität machen vor keiner Kommune Halt. Doch mit dem Aktionsprogramm Kommunale Cybersicherheit haben wir die Möglichkeit, uns gemeinsam zu wappnen. Das Land Hessen steht bereit, um die digitale Resilienz der Städte und Gemeinden in Hessen zu stärken. Wir sollten diese Chance nutzen, um unsere Verwaltung fit für die Zukunft zu machen.“
Zur Phishing-Simulationsplattform des AKC
Ein erheblicher Teil der Cybersicherheitsvorfälle geht auf menschliches Fehlverhalten zurück – etwa durch den Einsatz kompromittierter Speichermedien oder das Öffnen betrügerischer E-Mail-Anhänge. Technische Schutzmaßnahmen wie Spam-Filter erkennen zwar viele Bedrohungen, doch gegen gezielte Spear-Phishing-Angriffe sind sensibilisierte Mitarbeiter die entscheidende Verteidigungslinie.
Mit der Phishing-Simulationsplattform des AKC können hessische Kommunen realistische Angriffsszenarien sicher nachstellen und ihre Beschäftigten schulen. Die Trainings erfolgen über eine integrierte Lernplattform, von der keine Sicherheitsrisiken ausgehen. Ergänzt wird das Angebot durch ein weiterentwickeltes E-Learning, das aktuelle Cyberrisiken anschaulich und praxisnah vermittelt. Dabei wird mit spielerischen Elementen und Fokus auf sich wandelnde Angriffsstrategien gearbeitet.
Hintergrund
Das Aktionsprogramm Kommunale Cybersicherheit AKC ist eine Initiative des Hessischen Ministeriums des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz in enger Zusammenarbeit mit der ekom21 – KGRZ Hessen. Es wurde ins Leben gerufen, um die IT-Resilienz der hessischen Kommunen nachhaltig zu stärken und sie gegen die zunehmende Bedrohung durch Cyberangriffe zu wappnen. Das Programm bietet ein breites Spektrum an kostenfreien Unterstützungsleistungen, die speziell auf die Bedürfnisse von Städten, Gemeinden und Landkreisen zugeschnitten sind.
Dazu gehören der Incident Response Service für schnelle Hilfe im Ernstfall, eine Phishing-Simulationsplattform zur Sensibilisierung der Mitarbeiter sowie ein modernisiertes E-Learning-Angebot, das aktuelle Cyberrisiken praxisnah vermittelt. Ergänzt wird das Portfolio durch Beratungen zu Informationssicherheit und Notfallmanagement, Awareness-Veranstaltungen und Schulungen. Das AKC setzt damit Maßstäbe für eine proaktive und strategische Stärkung der kommunalen Cyber-Resilienz in Deutschland. Alle 442 hessischen Kommunen können die Angebote des AKC nutzen und sich so gegen die wachsende Gefahr von Cyberangriffen absichern
Quelle: Hessisches Innenministerium
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