Der Karneval 2026 in Nordrhein-Westfalen war erneut ein logistischer und medizinischer Kraftakt für die Ehrenamtlichen im Sanitätsdienst. Während Millionen Menschen zwischen Altweiber und Veilchendienstag feierten, stellten die Hilfsorganisationen im Land die sanitätsdienstliche Versorgung sicher. Insgesamt kamen dabei 74.453 ehrenamtlich geleistete Einsatzstunden zusammen – das entspricht rechnerisch rund 9.307 Arbeitstagen à acht Stunden und somit 5,3 Jahren bezahlter Arbeit eines normalen Arbeitnehmers mit 20 Urlaubstagen.
Getragen wurde dieser Einsatz vom Arbeiter-Samariter-Bund NRW, vom Deutschen Roten Kreuz (LV Nordrhein und LV Westfalen-Lippe), von den Johannitern NRW sowie vom Malteser Hilfsdienst NRW. Sämtliche Stunden wurden freiwillig und unentgeltlich erbracht.
Karneval: Bei 537 Veranstaltungen im Einsatz
Landesweit begleiteten 7.489 Einsatzkräfte der gemeinnützigen Hilfsorganisationen insgesamt 537 Karnevals-Veranstaltungen – von kleineren Saalveranstaltungen bis zu großen Straßenumzügen. Besonders gefordert waren die Teams in den Hochburgen am Niederrhein sowie in Aachen, Düsseldorf und Köln.
4.429 Patientinnen und Patienten wurden während der Session medizinisch versorgt. Das Einsatzspektrum reichte von Schnitt- und Bänderverletzungen über Kreislaufbeschwerden bis hin zu alkoholbedingten Notfällen.
Eine Leiterin einer Unfallhilfsstelle – einer mobilen Versorgungsstation im Veranstaltungsbereich – beschreibt den Einsatz so: „Unsere Präsenz ist ein fester Bestandteil der Sicherheitsstruktur. Wir arbeiten hochkonzentriert, sind aber mit unser Erstversorgungsteams gleichzeitig nah bei den feiernden Menschen.“
Positiv hervorzuheben ist, dass es in dieser Session zu keinen bekannt gewordenen körperlichen Übergriffen auf Einsatzkräfte kam. Stattdessen berichteten viele Helferinnen und Helfer von großer Wertschätzung durch die Besucherinnen und Besucher. „Die Anerkennung vor Ort zeigt uns, dass unser Engagement wahrgenommen wird“, so eine Einsatzkraft in Münster.
Rosenmontag in Köln: Kräfte aus dem gesamten Bundesgebiet unterstützen
Beim Rosenmontagszug in Köln waren mehrere hundert ehrenamtliche Rettungskräfte der Hilfsorganisationen im Dienst. Wie in den Vorjahren erhielten sie Unterstützung von Ehrenamtlichen aus anderen Teilen Deutschlands – unter anderem aus Hamburg, Hannover, München und Berlin. Der rund neunstündige Umzug mit 11.500 Teilnehmenden verlief insgesamt ruhig; die Zahl der Einsätze und Hilfeleistungen lag im erwarteten Rahmen.
Einsatz von früh bis spät – enge Zusammenarbeit aller Organisationen
Die sanitätsdienstliche Absicherung erstreckte sich an vielen Tagen von 8 bis 23 Uhr. Neben ASB, DRK, Johannitern und Maltesern unterstützten örtlich auch Einheiten der DLRG und des THW.
Durch strukturierte Einsatzplanung, abgestimmte Kommunikationswege und die enge Kooperation mit Polizei, Feuerwehr und Ordnungsbehörden konnten kritische Situationen frühzeitig erkannt und größere Schadenslagen verhindert werden. Auch die schwerst verletzte Person („Wagenengel“) bei einem tragischen Unglück am Veilchendienstag mit einem Bus in Mönchengladbach wurde sofort von Helferinnen und Helfer einer nahen Unfallhilfsstelle der Johanniter versorgt.
Weniger gravierende Zwischenfälle als in den Vorjahren
Trotz zahlreicher Hilfeleistungen blieb die Zahl schwerwiegender Zwischenfälle unter dem Niveau der vergangenen Jahre. Neben äußeren Rahmenbedingungen ist dies insbesondere auf das koordinierte und professionelle Zusammenwirken aller Sicherheits- und Rettungskräfte zurückzuführen.
Die beteiligten Hilfsorganisationen ziehen daher eine positive Bilanz: „Der Karneval 2026 hat erneut gezeigt, wie leistungsfähig unser Ehrenamt im Bevölkerungsschutz und Sanitätsdienst ist. Unsere Helferinnen und Helfer haben mit hoher Professionalität und großem Engagement zur Sicherheit der Feiernden beigetragen.“
Dank an die Ehrenamtlichen
Die vier Hilfsorganisationen sprechen allen freiwilligen Einsatzkräften ihren ausdrücklichen Dank aus. Ihr Fachwissen, ihre Einsatzbereitschaft und ihre Verlässlichkeit haben maßgeblich dazu beigetragen, dass der Karneval 2026 in Nordrhein-Westfalen sicher durchgeführt werden konnte: „Ohne unser starkes Ehrenamt ist Karneval nicht denkbar.“
Quelle: Johanniter-Unfall-Hilfe e. V.
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